Pflanzen könnten klären

Marktoberdorf | af | Konventionell oder doch mit Hilfe einer Pflanzenkläranlage? Vor der Frage, wie die Bewohner von Hattenhofen künftig ihr Abwasser entsorgen, stand der Stadtrat in seiner Sitzung. Vom Ingenieurbüro war im Auftrag der Stadt zunächst nur die herkömmliche Lösung betrachtet worden. Dabei könnte die Stadt mit einer Pflanzenkläranlage in Hattenhofen ein Prestigeobjekt schaffen, erklärte Clara Knestel, Fraktionschefin der Grünen. Damit tat sich im Gremium die nächste Frage auf: Wer betreibt eine solche Einrichtung, Bürger oder Stadt?

Hattenhofen ist der letzte Ortsteil, der nach bisherigem Stand an das zentrale Abwassernetz und an die Kläranlage in Marktoberdorf angeschlossen werden soll. Um zu wissen, wie weiter geplant werden soll, wollte die Verwaltung einen Grundsatzbeschluss herbeiführen.

Gerhard Herfert im Ingenieurbüro Schindlbeck zeigte die Varianten auf. Danach gibt es drei Anschlussmöglichkeiten ans Kanalnetz: über das Industriegebiet West, was aber wegen der weiten Strecke dorthin nicht in Betracht komme, über den Hörtnagel, der den Einsatz einer Pumpe erfordert, und über Weibletshofen über den sogenannten Westsammler, 'aber dann müssen wir unter der Wertach durch'.

Bei der Entwässerung selbst müsse sich der Stadtrat zwischen einem Mischsystem, bei dem Abwasser und Regenwasser zusammenfließen, und einem Trennsystem entscheiden. Das bedinge zwei Kanäle: In einem fließt das Oberflächenwasser in die Wertach, im anderen das Schmutzwasser zur Kläranlage. Der Anschluss an den Westsammler koste 1,92 Millionen Euro, der Anschluss an den Hörtnagel 1,7 Millionen. Allerdings müssten dann Wartungs- und Stromkosten für die Pumpe von jährlich rund 1600 Euro einkalkuliert werden. An Zuschüssen seien 320 000 Euro zu erwarten.

Bei den von Herfert vorgelegten Kosten bleibe es nicht, erklärte der künftige Stadtbaumeister Peter Münsch. Denn gleichzeitig müsse die Wasserversorgung für Hattenhofen erneuert und im Zuge dessen die Straße komplett ausgebaut werden. Wie die Straße eingestuft sei, müsse geklärt werden, weil das entscheidend für die Kostenbeteiligung der Bürger sei. Allerdings, so hieß es, nähmen die Arbeiten vermutlich fast die gesamte Straßenbreite in Anspruch, so dass an Kosten für die Anwohner wahrscheinlich nicht mehr viel bleibe.

Ins Spiel gebracht wurde, die Trasse in Richtung Hörtnagel zu überprüfen. Sie ist entlang der Straße geplant. Wenn sie gleichsam quer durchs Gelände verläuft, ließe sich möglicherweise die Pumpe sparen, weil dann das Gefälle ausreicht.

Die Verwaltung erhielt den Auftrag, mehrere Punkte zu prüfen: die Kosten für eine Pflanzenkläranlage, eine modifizierte Trasse zum Hörtnagel und eine Bodenuntersuchung in Hattenhofen, weil das Oberflächenwasser vor Ort versickern soll.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

3 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by Gogol Publishing 2002-2019