Porträt
Pfarrer Waldmüller aus Memmingen übernimmt neue Pfarreiengemeinschaft

Der Duft mediterraner Küche wird ab September das Pfarrhaus von St.Josef durchziehen. In den Bücherregalen werden sich die Ausgaben der Kirchenväter reihen, auf dem Nachtkästchen Krimis liegen. Und auf dem Schreibtisch des künftigen Hausherrn wird der Computer laufen, das Internet immer geöffnet. Mit Ludwig Waldmüller, 34 Jahre alt, hält ein junger Priester Einzug, der den Eindruck macht, das Leben genießen zu können und der intensiv darüber nachdenkt, wie er die elementare Botschaft seines Lebens, von Jesus Christus, wirksam vermitteln kann. Derzeit befasst er sich intensiv mit der Zusammenlegung der Pfarreien von St. Josef und Christi Auferstehung.

«Man muss neue Wege ausprobieren», ist Waldmüller überzeugt. Wenn die Menschen nun mal viele Stunden am Tag vor dem Computer verbringen, müsse man ihnen eben dort begegnen. «Das heißt auch, im Internet aktiv zu sein.» Wenn er am Schreibtisch sitzt, hat er das soziale Netzwerk Facebook geöffnet. «Das ist eine Riesenchance. Denn die Hemmschwelle, jemanden mal schnell anzuchatten, ist wesentlich niedriger, als zum Telefon zu greifen.» Die neuen Medien gehören für Waldmüller längst zum Handwerkszeug als Pfarrer.

«Ich wollte immer weglaufen»

Vor vier Jahren wurde er zum Priester geweiht. Ein Schritt, den er sich gut überlegt hat. «Ich wollte immer weglaufen, ich habe alles versucht wegzukommen.» Aus Angst vor Einsamkeit, vor der Aufgabe oder dass sein Glaube nicht ausreiche. Ein möglicher anderer Weg wäre der Journalismus gewesen. Anstatt sich 2002 zum Diakon weihen zu lassen, ist er nach Rom zu Radio Vatikan gegangen (siehe Infokasten).

Eine prägende Zeit, schildert er. Vor allem die Begegnungen mit Papst Johannes Paul II. Auf Reisen nach Kroatien und in die Schweiz hat er ihn begleitet. «Er hat mich als Leidender sehr beeindruckt.» Am Tag nach dem Tod des Papstes stand Waldmüller minutenlang vor dem aufgebahrten Kirchenoberhaupt. «Es ist schwer zu beschreiben, was da passierte. Es war greifbar, dass der Himmel offen war.

Als ich ging, wusste ich: Du musst jetzt für Jesus Christus arbeiten, es geht nicht anders.» Also doch Priester. Keine Frau, keine Kinder. Der Verzicht sei hart erkämpft, sagt er. «Aber es ist der coolste Job, den es auf der Welt gibt», fügt er an. Mit den Menschen Freud und Leid teilen und ihnen sagen, Gott ist dabei, weil er dich will.

Vor der Aufgabe, die in Memmingen auf ihn wartet, hat er Respekt. «Vor allem vor den hohen Erwartungen», ergänzt er. Rund 9000 Kirchenmitglieder haben St. Josef und Christi Auferstehung zusammen. Das zu koordinieren sei eine Herausforderung. Man wird ihn aber nicht nur in den beiden Kirchen und Pfarrzentren antreffen. Begeistert spielt der Sohn eines Kirchenmusikers Trompete und Flügelhorn und will sich vielleicht einer Kapelle anschließen.

Er mag Kino und Theater. Und er kocht gern, vor allem italienisch. (aw)

Pfarreiengemeinschaft Ein Informationsabend zur Pfarreiengemeinschaft von St. Josef und Christi Auferstehung findet am heutigen Dienstag, 31. Mai, um 20 Uhr im Foyer des Pfarrzentrums von Christi Auferstehung statt. Dort wird sich auch Waldmüller vorstellen.

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