Cover-Rock
Peter Schreiner hat vor fünf Jahren die Unterallgäuer Band Helter Skelter gegründet

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Hochzeit, Bierzelt, Straßenfest, Rockparty. Tägliches Brot einer Cover-Band. Gut bezahlt gewünschte Hits von einer beengten Bühne herabdudeln. Ab und zu ein Solo einstreuen, an dem sich die Kollegen freuen, das aber sonst wenig Beachtung findet.

Diese Zeiten sind für die Unterallgäuer Band Helter Skelter längst vorbei. Vor fünf Jahren gegründet, können sich die Musiker um den Macher und Manager Peter Schreiner aus Memmingen ihre Bühnen mit Handkuss aussuchen. Nachdem sie die Kultbox in Kempten vergangenes Jahr ausverkauft haben, wagen sie am Montag, 31. Oktober, den Schritt ins große Haus, die Big Box.

Aller Anfang im Showgeschäft ist schwer. Viele Musiker geben nach erfolglosen Tourneen mit Eigenkompositionen irgendwann auf. Vergessen den Traum, auf der Bühne zu stehen und widmen sich 'handfesten' Berufen. Nicht Peter Schreiner. Obwohl er als Anwalt seine Brötchen verdient, konnte er nie von dem unbedingten Willen ablassen, vor Tausenden zu spielen.

Klar, er hat es mit selbstgeschriebenen Rock-Songs versucht. 'Eigene Musik ist ein eigener Markt, der sehr frustrierend sein kann.' Doch Frust ist nicht Schreiners Sache. Der 49-Jährige will Spaß haben, frei sein, ungebunden. Keinem Verlag Rechenschaft ablegen, keinem Management gehorchen. 'Fremdbestimmung macht unzufrieden', sagt er.

Darum hat er vor fünf Jahren die Sache selbst in die Hand genommen und eine Classic-Rock-Band aus Musikern zusammengestellt, die auf lange Jahre Erfahrung in dem Geschäft zurückblicken können.

'Wir haben auch in kleinen Clubs vor 13 Leuten gespielt', erzählt Schreiner von den Helter-Skelter-Anfängen. Dann entwickelte er das Konzept der 'Ü30-Rocknacht'. 'Keiner kannte Helter Skelter. Wir mussten irgendwie Aufmerksamkeit bekommen.' Älteres Publikum anzusprechen, war das Ziel. Tanzen und Feiern wie in seiner Jugend – wie vor 30 Jahren. Mit Gassenhauern im Programm erarbeiteten sie sich ihr Publikum. Plötzlich waren die Hallen voll, obwohl Helter Skelter keine 'Tribute-Band' ist.

'Wir sind, wie wir sind. Keine komischen Jacken und angeklebte Bärte. Keine Pyroshows.' Vielmehr würden sie Leute ansprechen, die Musik aus einer Zeit des Umbruchs hören wollen. Warum keine CD einlegen? Schreiner legt Wert darauf, dass die Musik der 60er, 70er und 80er Jahre, etwa von Hendrix, Clapton und Springsteen nicht kopiert, sondern interpretiert wird.

'Wir adaptieren. Die Musik fließt durch unsere Körper in die Instrumente, denen wir Leben geben', sagt Schreiner. Songs wie Led Zeppelins 'Stairway to Heaven' oder Queens 'Bohemian Rapsody' seien 'neue Klassik', der sie sich verschrieben haben, darum 'Classic Rock'. 'Bei Karajan sagte auch niemand, dass er covert.'

Ein Phänomen für Schreiner ist, dass die Band mittlerweile über eine große Fangemeinde im Allgäu verfüge. Beim 'Best of'-Konzert in der Kemptener Big Box will der kantige Rocker mit Unterstützung des Unteropfinger Chors 'ConTakt' und dem zehnköpfigen Unterallgäuer Brass-Ensemble 'Notausgang' den besten Rocksongs des vergangenen Jahrhunderts einen klangvollen Rahmen geben. Konzertant inszenieren. Mit der E-Gitarre als Taktstock. Lied-Wünsche nimmt er dennoch entgegen.

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