Fahne sichergestellt
Per Autokorso Richtung Kempten: Russlanddeutsche demonstrieren im Allgäu

Im Vordergrund ein Teilnehmer des Autokorsos. Im Hintergrund die Gegendemonstranten, die dem Aufruf der Initiative "Kempten gegen Rechts" gefolgt sind.
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  • Im Vordergrund ein Teilnehmer des Autokorsos. Im Hintergrund die Gegendemonstranten, die dem Aufruf der Initiative "Kempten gegen Rechts" gefolgt sind.
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Update 15:50 Uhr
Insgesamt haben nach Angaben der Polizei rund 275 Fahrzeuge und etwa 600 Personen an der Kundgebung am Tänzelfestplatz teilgenommen. Beim anschließenden Autokorso von Kaufbeuren nach Kempten und zurück nahmen dann noch 120 Fahrzeuge teil. Der Autokorso setzte sich gegen 13:20 Uhr in Bewegung. Dabei wurden die Autos jeweils in Zehnerblocks aufgeteilt. Etwa eine Stunde nach Beginn verließ der letzte von zwölf Blocks das Gelände. "In Absprache mit der Versammlungsbehörde wurde aufgrund des erlassenen Versammlungsbescheides eine größere Anzahl von Teilnehmern nicht genehmigt", teilt die Polizei mit. 

Polizei stellt Fahne sicher

Demnach stellten die Einsatzkräfte auf dem Versammlungsgelände eine Fahne sicher, deren Inhalt und Symbolik nun genauer geprüft wird. "Sollte sich daraus der Verdacht der Billigung von Straftaten ergeben, leiten die Ermittler die Anzeige an die Staatsanwaltschaft weiter", so die Polizei. 

Gegendemonstrationen und Beleidigungen

In Kempten nahmen bei einer Gegendemonstration etwa 55 Personen teil. Sie wurden in der Folge von Teilnehmern aus einzelnen Fahrzeugen heraus beleidigt. Die Beamten leiteten vier Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung ein. Auch in Kaufbeuren gab es am Rande des Versammlungsgeländes Gegendemonstration, an der etwa 30 Menschen teilnahmen.

100 Polizisten im Einsatz

"Mögliche Auflagenverstöße der Teilnehmer des Autokorsos werden in Absprache mit der zuständigen Versammlungsbehörde geprüft", heißt es von der Polizei abschließend. An dem Einsatz waren rund 100 Beamtinnen und Beamte beteiligt

Update 15:49 Uhr
Auch die Gegendemonstration in Kempten löst sich nun langsam auf, so Stabik. Insgesamt nahmen an der Gegendemonstration 55 Menschen teil. 

Update 15:43 Uhr 
Laut Polizeisprecher Holger Stabik sind während des Autokorsos keine Probleme aufgetreten. Die Demonstration sei bislang störungsfrei verlaufen. Der Autokorso sei aktuell bereits wieder aus Kempten draußen und auf dem Rückweg nach Kaufbeuren. Allerdings habe die Polizei bereits "vereinzelte Auflösungserscheinungen" des Korsos beobachtet, da einige Teilnehmer die Demonstration bereits wieder verlassen hätten. Da der Korso nicht am Stück, sondern immer in Zehnergruppen losgefahren ist, hat sich der Korso mittlerweile auch weit auseinandergezogen. Stabik rechnet damit, dass sich die Teilnehmer nach Ankunft in Kaufbeuren "sehr schnell" auf den Heimweg begeben werden. 

Update 14:20 Uhr 
Die ersten Autos sind jetzt in Kempten angekommen. 

Die ersten Autos des Korsos sind in Kempten eingetroffen.
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Update 14:12 Uhr
Laut Polizeisprecher Holger Stabik verläuft der Autokorso bis jetzt "störungsfrei." 

Update 14:06 Uhr
Bei der Gegendemonstration der Initiative "Kempten gegen Rechts" nehmen etwa 30 Personen teil. Noch ist der Autokorso nicht in Kempten angekommen. 

Bei der Gegendemonstration der Initiative "Kempten gegen Rechts" nehmen etwa 30 Personen teil.
  • Bei der Gegendemonstration der Initiative "Kempten gegen Rechts" nehmen etwa 30 Personen teil.
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Update 14:00 Uhr
Nach Angaben von Polizeisprecher Holger Stabik geht die Polizei momentan davon aus, dass an der Demonstration rund 200 bis 250 Fahrzeuge teilnehmen. Laut Stabik sind meisten der Fahrzeuge doppelt besetzt, weshalb die Polizei zwischen 400 und 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausgeht. Abschließende Zahlen gibt es allerdings noch nicht.

Bezugsmeldung
Mit Autokorsos wollen Russlanddeutsche am Sonntag in ganz Deutschland demonstrieren. Auch im Allgäu ist ein solcher Autokorso geplant. Der Autokorso soll von Kaufbeuren nach Kempten und zurück führen. Nach Angaben der Veranstalter wollen die Demonstranten so ein Zeichen gegen die Diskriminierung russischstämmiger Menschen setzen. Nach einer Kundgebung auf dem Tänzelfestplatz in Kaufbeuren hat sich der Autokorso nun in Bewegung gesetzt. 

Bürgermeister bat die Demo abzusagen

Im Vorfeld gab es jedoch auch Kritik an der geplanten Demonstration. Unter anderem bat der Kaufbeurer Oberbürgermeister Stefan Bosse darum, die Demonstration nicht abzuhalten. Bosse ist davon überzeugt, dass beteiligte Menschen ihrem Anliegen, eine "Diskriminierung russischstämmiger Menschen zu verhindern", einen Bärendienst erweisen würden.

Gegendemonstration in Kempten geplant

Kritik gibt es auch von der Initiative "Kempten gegen Rechts". Die Organisation vermutet, dass "das Motto gegen Diskriminierung" nur vorgeschoben sei und die Demonstranten den Angriffskrieg in der Ukraine befürworten würden. Die Initiative bezeichnet die Demonstration als "Nationalistischen Autokorso". Daher hat die Initiative auch eine Gegendemonstration in Kempten angekündigt.

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