Allgäu
Pauken bei Sonnenschein

Die Sonne scheint, am strahlend blauen Himmel ist keine Wolke zu sehen und warme Temperaturen locken ins Freie. Schüler genießen ihre Sommerferien im Freibad oder am Baggersee, während der Papa im Büro schwitzt und sich sehnlichst den bald beginnenden Familienurlaub herbeiwünscht. Die Oma schimpft derweil über die anstrengende Hitze und lässt zuhause die Rollos tagelang geschlossen. Jede Generation erlebt den Sommer anders, verknüpft damit unterschiedliche Emotionen und Erwartungen. In einer losen Serie stellt die BZ verschiedene Menschen vor und beschreibt, wie sie den Sommer 2009 erleben - nützliche Informationen inklusive.

Waal Vor knapp einem Monat begann Matthias Neuner aus Waal mit seiner Bachelor-Arbeit. Der Sommer war zu diesem Zeitpunkt für ihn vorbei. «Die meiste Zeit sitze ich nun in meinem abgedunkelten Zimmer vor dem PC», berichtet der technische Informatik-Student. Am See liegen, mit Freunden abends draußen sitzen oder in den Urlaub fahren - all das, was die warmen Wochen des Jahres ausmacht, fällt für ihn seither flach.

Rund 60 Seiten soll das «große Werk», das zum Ziel hat, aktuelle Informatik-Praxisübungen an der Hochschule Augsburg auf den neuesten Stand zu bringen, am Ende umfassen. Neben der theoretischen Arbeit mit allerhand Fachliteratur und zwei bis drei Computern begibt sich der 32-Jährige dafür auch regelmäßig zu Soft- und Hardware-Firmen zur Recherche vor Ort. Mal ein paar Tage auf die faule Haut? Fehlanzeige. «Mein Betreuer an der Uni will regelmäßig aktuelle Ergebnisse sehen», verrät Neuner.

Ausbilder beim BRK

Im Februar hat der Spuk dann jedoch ein Ende. Denn dann ist pünktlich zum Ende des Studiums auch der Abgabetermin der Bachelor-Arbeit. Doch bis es so weit ist, stehen Neuner, der nebenzu als Ausbilder beim BRK arbeitet, noch anstrengende Monate bevor. Derzeit ist noch vorlesungsfreie Zeit, doch am 1. Oktober beginnt an den Fachhochschulen wieder der Universitätsbetrieb - und dann gilt es für den 32-Jährigen Uni-Alltag und Abschlussarbeits-Stress unter einen Hut zu bringen.

Dass derzeit alles etwas anders läuft, als man sich die «Sommerferien» an der Uni eigentlich vorstellt, nimmt Neuner gelassen: «Mir war klar, dass dieser Teil des Studiums gegen sein Ende irgendwann mal kommt. Daher ist das jetzt nicht sehr überraschend.»

Wenn nächstes Jahr erneut der Sommer vor der Tür steht, will Neuner im Berufsleben stehen. «Aber das ist abhängig von der Wirtschaftslage. Wenn die sich weiter verschlechtern sollte, dann studiere ich weiter und mache meinen Master.»

Dabei stand der 32-Jährige bereits schon in einem festen Arbeitsverhältnis. Über acht Jahre arbeitete er nach seiner Ausbildung zum Kommunikationselektroniker bei der Bundeswehr. Als dann sein Vertrag auslief, entschied er sich für den Schritt zum Studium. «Irgendwann war es für mich an der Zeit, etwas Neues zu machen.» Die Möglichkeit eines Studiums bot da die ideale Herausforderung.

Segelkurs am Ammersee

Und auch grundsätzlich scheint der Waaler Herausforderungen gerne zu suchen. Seit einer Woche besucht er parallel zu seiner Bachelor-Arbeit täglich noch einen Segelkurs am Ammersee. 550 Regeln und Vorschriften gilt es dafür auswendig zu lernen. Und auch die münden - wie könnte es anders sein - am Ende in einer Prüfung.

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