Kempten
Parkplätze am Hildegardplatz sorgen für heftige Diskussion

120 Stellplätze - 72 am Hildegardplatz und 48 am Kirchberg - könnten nach der Umgestaltung des Hildegardplatzes dort zu finden sein. Sofern sich die Stadt gegen eine Tiefgarage entscheidet. Warum nicht wie von Grünen, Frauenliste, SPD, UB/ÖDP und vielen AZ-Lesern angeregt, eine Variante mit weniger oberirdischen Stellplätzen infrage kommt, erläuterte Verkehrsplaner Reiner Neumann (Modus Consult, Ulm) am Montag im Verkehrsausschuss. Demnach könne die vorhandene Geschäftsstruktur mit weniger Stellplätzen nicht erhalten werden.

183 Parkplätze sind derzeit in dem Bereich zu finden. Jeweils mittags und zwischen 16 und 17 Uhr, erläuterte Neumann, gebe es eine Spitzenbelegung. Ansonsten seien unter der Woche maximal 160 der Stellplätze belegt. «Auf dem Platz findet ein ganz extremes Kurzzeitparken statt», betonte Neumann: 23 Prozent aller Autos stünden weniger als 15 Minuten dort, weitere 71 Prozent kürzer als eine Stunde. Zudem habe eine Befragung der Autofahrer ergeben, dass rund drei Viertel von ihnen auf dem Platz parken, um direkt dort ihre Erledigungen zu machen. «Wenn an der Nutzungssituation also nichts geändert werden soll», machte der Experte deutlich, «sind 110 bis 120 Parkplätze absolut notwendig.» Würde eine Tiefgarage kommen, seien oberirdisch immer noch 20 Stellplätze für Kurzzeitparker nötig.

«Es geht hier um die Erhaltung der Geschäftsstruktur», machte OB Dr.Ulrich Netzer deutlich. Die Struktur könne aber doch auch verbessert werden, sagte Thomas Hartmann (Grüne) und meinte, dass man grundsätzlich 80 oberirdische Stellplätze anbieten, den Platz aber abends bei größeren Veranstaltungen für mehr Fahrzeuge öffnen könne. Da pflichtete ihm sein Fraktionskollege Eduard Bühler bei, der sich erneut gegen eine Tiefgarage aussprach: Kempten habe ein gutes Parkplatzangebot. Eine Tiefgarage könne für die Geschäfte am Hildegardplatz nur schädlich sein, denn sie profitierten von den Kurzzeitparkplätzen.

Falscher Ansatz

«Laut Einzelhandelskonzept reichen die Parkplätze eben nicht aus», sagte dagegen Josef Mayr (CSU). Er wolle nichts tun, was dazu führe, «dass der Geschäftsbesatz am Hildegardplatz nicht erhalten wird.» Auch Karl Sperl (CSU) hält eine Zahl von über 100 Stellplätzen für «unbedingt erforderlich», denn im Umfeld des Platzes gebe es viele Veranstaltungshäuser.

«Man muss auf dem Platz etliche Stellplätze streichen», pochte Siegfried Wehrmann (SPD) weiter auf eine oberirdische Lösung mit weniger Stellplätzen. Der Ansatz sei nämlich falsch: Das Geschäft in den Läden am Hildegardplatz boome ja nicht einmal, wenn am Samstag auf dem Wochenmarkt viel los sei. Da könne man auch mit mehr Parkplätzen keine Abhilfe schaffen. Michael Hofer (UB/ÖDP) schließlich bezweifelte, dass eine Tiefgarage überhaupt angenommen werde - vor allem von Frauen.

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