Bauausschuss
Parkhaus Süd wird abgerissen

Die Entscheidung fiel den Mitgliedern des Bauausschusses sichtlich nicht leicht, doch zum Schluss blieb ihnen nichts anderes übrig, als grünes Licht für den Abbruch des Parkhauses Süd mit seinen 450 Stellplätzen zu geben. Und zwar einstimmig. Das erst 1984 errichtete Gebäude ist nämlich vor allem durch den Einfluss von Streusalz völlig marode.

Stahl und Beton sind stark angegriffen. Das Parkhaus kann nach Angaben des beauftragten Statikers trotz Abstützungen nur noch bis zum 30. September 2011 genutzt werden. Danach ist ein Betrieb nicht mehr zu verantworten - und dann soll es auch abgerissen werden. Vorübergehend werden 125 ebenerdige Parkplätze auf dem Areal entstehen, wie Hochbauamtsleiter Klaus Scholz dem Gremium darlegte. Langfristig sei aber eine neue städtebauliche Entwicklung mit einem neuen Parkhaus, Einzelhandelsflächen und einer neuen Turnhalle für die benachbarte Schrader-Schule vorgesehen.

Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU) wies explizit darauf hin, dass die Stellflächen nur ein Provisorium sein könnten. «Wir haben den Abbruch jetzt im Auge.» Wenn sich aber etwas im Bereich des unweit gelegenen C&A-Geschäftes etwas tue (C&A zieht wie berichtet in die Schmiedgasse, womit der bisherige Standort an der Schraderstraße frei wird), könne man dem neuen Investor vielleicht auch «eine maßgeschneiderte Lösung» anbieten.

Allerdings ist ein neues Parkhaus teuer: Gemäß einer aktuellen Kalkulation fallen 4,85 Millionen Euro an. Darum stand auch die Idee im Raum, ob etwa ein privater Investor ein neues Parkhaus baut und bewirtschaftet. Zwar gebe es laut Wirtschaftsreferent Siegfried Knaak durchaus Interessenten. Aber die Sache ist problematisch. Denn das Parkhaus Süd steht nicht allein, sondern ist eng mit benachbarten Gebäuden verbunden. Es existieren Dienstbarkeiten für Lüftungen, Leitungen, Abwasser oder Treppenhaus, die eine Rolle spielen. Insofern gestaltet sich auch der alleinige Abbruch schon schwierig und schlägt - inklusive der Herstellung von Parkplätzen - laut Scholz mit «vorerst 500000 Euro» zu Buche.

Alexius Batzer (Kaufbeurer Initiative) regte an, am Parkhaus Süd zumindest Teilbereiche sinnvoll zu sanieren. «Die Schäden sind unten am größten», entgegnete Scholz. Man könne nicht die oberen Etagen allein nützen, sondern müsse die stark geschädigten Bereiche unten durchfahren. Aber genau das funktioniere nicht.

Sanierung unwirtschaftlich

Wenn über 600000 Euro in die Hand genommen würden, könne man das Parkhaus noch einmal drei Jahre am Leben erhalten. Das sei aber als unwirtschaftlich anzusehen. Ottmar Maier (Freie Wähler) verwies auf mögliche Übergangsparkplätze im Bereich des abgebrochenen Kreiskrankenhauses. Die sind laut Bosse letztlich aber «zu weit weg». Der einstimmige Beschluss des Ausschusses dient dem Stadtrat als Empfehlung, der dieser in der Regel folgt.

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