Nachtabschaltung
Ottobeurer Laternen bleiben nachts wieder an

Ab dem 17. November werden die Straßenlampen in Ottobeuren wieder die ganze Nacht brennen: Der Marktgemeinderat hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend mit 14 zu sechs Stimmen beschlossen, die Nachtabschaltung von Teilen der Straßenbeleuchtung in der Gemeinde nach dem Probejahr nicht zu verlängern.

Rund eine Stunde lang wurde diskutiert und um einen Beschluss gerungen. Bürgermeister Bernd Schäfer ging vor zahlreichen Zuhörern nochmals ausführlich auf die Umfrageergebnisse ein. Fast die Hälfte der Bevölkerung habe sich zu diesem Thema zu Wort gemeldet, was laut Schäfer einer größeren Beteiligung entspricht als bei der vergangenen Wahl (Volksentscheid zum Nichtraucherschutz: 36,53 Prozent).

Wenn 56 Prozent der Teilnehmer gegen eine Nachtabschaltung votieren, werte er das als 'eindeutiges Ergebnis'. Er räumte ein, bei der Abschaltung die 'emotionale Betroffenheit der Bürger' vielleicht zu gering eingeschätzt zu haben.

Umweltreferent Helmut Scharpf hielt dagegen ein langes und engagiertes Plädoyer für eine Weiterführung der Maßnahme.

Mit kleinen Änderungen würden sich die Akzeptanzprobleme seines Erachtens lösen lassen: Mit Rücksicht auf Schichtarbeiter und Zeitungsausträger könnte das Licht zum Beispiel ab vier Uhr morgens wieder angeschaltet und für die 'Nachtschwärmer' am Wochenende die Nachtabschaltung ganz aufgehoben werden.

'Das wäre ein Konsens ohne Verlierer und durch zusätzliche Maßnahmen wäre noch mehr gewonnen', so Scharpf. Falls dieser 'Minimalkonsens' abgelehnt wird, zeigte er sich entschlossen, sein Ehrenamt im Energieteam an die Verwaltung abzugeben.

Karl Erdle und Willi Höbel (beide SPD) sahen in der Wiedereinschaltung den eindeutigen Willen der Befragten umgesetzt. Licht gehöre nun einmal zur Lebensqualität, so Höbel. Seiner Ansicht nach gebe es 'intelligentere Formen' für eine Energieeinsparung. Otto Wanner von den Freien Wählern war ebenfalls für die Annahme des Bürgervotums. Es sollten endlich Zahlen zum Probejahr auf den Tisch kommen und ein vernünftiges Konzept erarbeitet werden, so Wanner.

Ängste akzeptieren

Ängste in dunklen Nächten müsse man akzeptieren, so auch seine Fraktionskollegen Gernot Rodehack und Peter Neß.

Markus Albrecht (CSU) sprach sich trotz persönlicher Befürwortung der Abschaltung für das Bürgervotum aus, ebenso Reinhard Braun angesichts des '0,8-prozentigen Anteils' der Straßenbeleuchtung am Energie-Gesamtverbrauch in Deutschland. Neben den drei Gemeinderäten der Bunten Liste stimmten auch drei aus der CSU-Fraktion für eine Beibehaltung der Nachtabschaltung.

Mehrfach wiederholte Bürgermeister Schäfer, dass es seines Erachtens nach der Umfrage 'keine Verlierer und keine Gewinner' gebe. Er erkenne in dem Votum der Bürger auch einen Auftrag zum Energiesparen. Im Dezember soll in der Sitzung ein Maßnahmenkatalog vorgelegt werden.

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