Arbeiterwohlfahrt
Otto Procher weiterhin AWO-Vorsitzender in Lindenberg

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Otto Procher, seit 20 Jahren an der Spitze der Arbeiterwohlfahrt im Kreis, wurde auf der Kreiskonferenz für weitere vier Jahre einmütig zum Vorsitzenden gewählt. Der 90-Jährige hatte eingangs erklärt, nicht weitermachen zu wollen. Sein 'Wunschkandidat' sei Michael Wegscheider. Doch der Lindenberger Stadtrat hatte schon vor Monaten eindeutig bekanntgegeben, dass er das Ehrenamt nicht ausfüllen könne, weil er beruflich 'nicht genügend oft da' sei.

Auch Prochers Vorschlag einer 'Doppelspitze' wurde nicht gutgeheißen. Er wolle nicht als Mann mit übersteigertem Selbstbewusstsein da stehen, meinte Procher und es solle nicht so aussehen, 'als dass ich mich betteln lasse.' 'Die Leute erklären mich für verrückt', befürchtete er negatives öffentliches Echo auf seine Wiederwahl.

Die stellvertretende Vorsitzende Claudia Sigolotto redete ihm gut zu: 'Du bist ein Vorbild für die Menschen.' Und Helmut Böller meinte, Procher sei kompetent und habe Reputation. Er bat eindringlich 'uns jetzt nicht aufs Abstellgleis zu schieben.'

Durchschnittsalter 63 Jahre

Otto Procher sprach die 'alarmierend' sinkenden Mitgliederzahlen an, die in den vergangenen vier Jahren von 228 kontinuierlich auf derzeit 195 zurückgegangen sind, mit weiter fallender Tendenz. 'Das ist Anlass zu ernsten Sorgen', mahnte er.

Das Durchschnittsalter betrage 63 Jahre. 'Wir sind ein Oldtimerclub mit kalkulierbarem Verfallsdatum', beschrieb er anschaulich und drastisch den Zustand des Wohlfahrtsverbands im Kreis, der vor 65 Jahren in Lindau gegründet worden war.

Einrichtungen als Visitenkarten

Procher zählte die Einrichtungen der AWO auf, die es zu betreuen gilt. 'Visitenkarten', wie er es nannte, sind das 'Haus Alpenblick', das Betreutes Wohnen bietet, das Familienferienheim in Scheffau, die Fachklinik in Schönau und die Seniorenbegegnungsstätte 'Wallstüble' in Lindau, an der sich die AWO mit 26.000 Euro beteiligte; kürzlich verkauft wurde das Haus für alleinstehende Männer in Lindau an die Lindauer Wohnungsbaugesellschaft.

Der ganze Stolz sind auch die Kinderhorte in Lindau und Lindenberg. Inzwischen werden über 100 Schüler in den beiden Räumen in der Hutstadt (Grundschule und Rathausstraße) betreut. Anfangs, vor knapp 20 Jahren, waren es 15. In Lindau-Reutin und Aeschach wird die Schulsozialarbeit finanziell unterstützt.

Meiste Arbeit im Stillen

Ein Feriencamp im Sommer mit 40 Kindern im Durchschnitt, eine Walderlebniswoche mit 22 Kindern, jährliche Seniorennachmittage, vierzehntägliche Tanznachmittage und der Lindenberger Altenclub sind weitere Angebote der AWO und der Ortsverbände.

'Die meiste Arbeit vollzieht sich nicht im Scheinwerfer der Tagespresse, sondern im Stillen', fasste Procher zusammen.

Lucie Kozak (Sigmarszell) hatte ihr Vermögen 1991 der AWO vermacht. Von den Zinserträgen der Lucie-Kozak-Stiftung wurden unter anderem eine Moschee in Lindau unterstützt, ein Brunnen in Mali und kostenlose Deutsch- und Integrationskurse für türkische Mütter mit Kindern finanziert.

Weil 'das soziale Klima immer eisiger' werde, sei 'die Arbeiterwohlfahrt heute nötiger denn je', schloss Procher.

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