Special Ostern ÜBERSICHT

Lauben
Ostereier mit Traktor, Kirche und Blumenwiese

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Wenn Ursula Basista zu Pinsel und Farbe greift, taucht sie in ihre Fantasiewelt ein, vergisst Zeit und Raum. In stundenlanger Arbeit verwandelt die Laubenerin Hühnereier in filigrane, bunte Kunstwerke. «Das Malen ist mein bestes Mittel gegen den Alltagsstress», lacht die 72-Jährige. Gerne wagt sich die Hobby-Künstlerin an ungewöhnliche Motive heran. Eine Idee begeistert besonders Landwirtsfamilien: Ostereier, auf denen Traktoren durch die Allgäuer Landschaft tuckern. Wer genau hinschaut, entdeckt auch Berge, Bauernhöfe, Kirchtürme, grasende Kühe, Hunde, Wandersleute, spielende Kinder und Reiter hoch zu Ross.

«Darauf bin ich gekommen, weil mein Mann beim Traktorenhersteller Fendt gearbeitet hat», lacht Ursula Basista. Bis zu zwei Tagen pinselt sie an so einem Idyll. Gerne widmet sie sich auch Frühlingsmotiven mit Blumen und Tieren oder christlichen Abbildungen. Auf andern Eiern traben Zebras durch die afrikanische Steppe oder ziehen Kamelkarawanen durch die Wüste.

Detailgetreu malt die Künstlerin auch markante Kemptener oder Oberallgäuer Bauwerke auf die Hühnerprodukte. Etwa die Burghalde («dieses Ei wurde mir aus der Hand gerissen») oder die Laubener Kirche St. Ulrich. Auf einem stattlichen Straußenei prangt Schloss Neuschwanstein: König Ludwig und ein Jäger kommen gerade von der Pirsch zurück, ein Haflinger trägt den erlegten Hirsch auf dem Rücken. 150 Euro muss einem Interessent das Kunstwerk wert sein, das vier Tage in Anspruch genommen hat.

Rührei gibt es bei Ursula und Werner Basista ziemlich oft. «Jede Woche klingelt der Lieferant, der mir die schönsten Exemplare zurücklegt», erzählt die 72-Jährige. Die Eier entleert sie mit Hilfe einer Pumpe. Dann skizziert die Künstlerin Bleistiftmotive auf die Schalen. Das am liebsten in heiterer Gesellschaft: Alle zwei Wochen trifft sie sich mit anderen kreativen Frauen aus der Gemeinde. Monate vor Ostern geht es dann los. Die Eier werden grundiert und mit Wasserfarbe bunt bemalt. Für die kleinen Motive braucht Ursula Basista sehr dünne Pinsel. Am Schluss überzieht sie ihre Werke mit Holzlack.

Jedes Jahr bietet die Laubenerin ihre filigranen Arbeiten auf dem Ostereiermarkt in Oy-Mittelberg an. Ansonsten beschenkt sie gerne Verwandte und Freunde damit. Die Kunst der schöpferischen Rentnerin beschränkt sich nicht allein auf Ostereier. Ihre Wohnung ist üppig mit eigener Bauernmalerei, Ölgemälden und Hinterglasbildern geschmückt.

«Malen war schon seit meiner Jugend ein Hobby», erinnert sich Ursula Basista. Angefangen hat sie in ihrer alten Heimat Schlesien mit Glückwunschkarten, die es nach dem Krieg noch nicht gab. Die Bilder tauschte sie in der kargen Zeit gegen Lebensmittel. Auch etwas Geld kam auf diese Weise herein. «Das habe ich dringend für die Busfahrt in die Berufsschule gebraucht», erzählt die Künstlerin, die damals eine Lehre als Technische Zeichnerin gemacht hat.

1956 zog sie mit ihrer Mutter nach Kempten, wo sie ihren ersten Ölfarbkasten bekam. Bis heute hat das Malen für Ursula Basista nichts von seiner Faszination verloren: «Es ist ein wunderbares Hobby und der schönste Zeitvertreib, den ich mir denken kann.»

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