Wasserwacht
Ostallgäuer Wasserwacht bei Großübung am Kochelsee

Ein Mensch ist durch die winterliche Eisschicht des Kochelsees eingebrochen, hält sich gerade noch über Wasser. Ob der Mann verletzt ist, weiß niemand, aber eines ist klar: Es geht um Sekunden. Dieser simulierten Situation sahen sich Rettungskräfte der Wasserwacht ausgesetzt. Anlass war die regelmäßig stattfindende Frühjahrsübung der sogenannten «Luftretter», der Hubschrauber gestützten Wasserrettung in der Wasserwacht.

«Das Konzept der Luftrettung kommt hauptsächlich in Katastrophenfällen zum Einsatz, wenn beispielsweise mehrere Verunglückte über eine große Wasserfläche verteilt sind», erklärt Gary Kögl, Vorsitzender der Kreiswasserwacht Ostallgäu. «Wenn jemand vom Ufer aus ins Wasser gestürzt ist oder bei einem Badeunfall im Sommer sind wir mit dem Boot viel schneller vor Ort.» Entstanden sei die Idee der eigens ausgebildeten Luftretter 2002 während der Elbeflut, als viele Personen im Bereich Dresden per Hubschrauber gerettet werden mussten.

Im Zuge eines Pilotprojekts, bei dem zusammen mit dem Lufttransportgeschwader 61 aus Penzing dieses Rettungsverfahren standardisiert wurden, entsendet die Wasserwacht Bayern seitdem aus jedem Bezirksverband zehn Mitglieder, die sich der Spezialausbildung unterziehen und an den regelmäßigen Übungen teilnehmen.

Vom Kreisverband Ostallgäu haben sich zwei Wasserwacht-Mitglieder in Buchloe und Kaufbeuren auf diese Einsatzart spezialisiert. «Die Luftretter werden im Ernstfall von München aus angefordert und unterstehen während des Einsatzes dem technischen Leiter der Wasserwacht Bayern», beschreibt Kögl den Ablauf.

Ist ein Verunglückter vom Hubschrauber aus lokalisiert, wird der Luftretter mithilfe einer Seilwinde nach unten gelassen. Dort kann er sich um den Verletzten kümmern und ihn ebenfalls am Seil befestigen. Ist dieser Teil geschafft, werden beide hinaufgezogen und auf dem Luftweg in Sicherheit gebracht. Solche Situationen erforderten Fingerspitzengefühl und deshalb auch regelmäßige Übungen.

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