BadGrönenbach
Orientalischer Gott bei Bauern und Knechten

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Man schreibt das Jahr 1525: Auf Schloss Bad Grönenbach weilt Prominenz: Zwischen Gaukler, Landsknechte, Trossvolk, Handwerker und Krämer hat sich ein orientalischer Feuergott gemischt: «Sharahbagahn» gibt der 21-jährige Feuerspucker als Name preis und schleudert aus Handstand, Schneidersitz und Purzelbaum Feuersäulen in die Luft. Auch ansonsten gilt: Finsterstes Mittelalter? Fehlanzeige! Denn Bauernkriegslager und Krämerjahrmarkt präsentieren sich in den buntesten Farben. Etwa 600 Mitwirkende und rund 4000 Besucher haben sich laut Veranstalter gestern und vorgestern in die Zeit der Zwölf Bauernartikel begeben.

Auf orangefarbene Flammen und scharfe Klingen stößt man bei Schmiedemeister Johann Karrer. Nach alten Zeichnungen fertigt er Messer, wie sie um 1500 verwendet wurden - mit breiter Klinge und gewundenem Griff. «Mit denen hat man Felle ausgeschabt», erklärt Karrer, bearbeitet das Messer kurz mit einer Metallbürste und legt es wieder ins Feuer. «Es wird nochmals erhitzt und der Stahl so gehärtet, danach nimmt die Klinge eine blaue Farbe an.» Ob Blau, Bernsteinfarben oder Blutrot - beim Goldschmied einige Meter weiter ist die Auswahl an Schmucksteinen und Anhängern für Ketten groß. Kunterbunt geht es etwa auch an einem Stand für «Hautmalerey» zu, Krieger sind hier ebenso willkommen wie Kinder.

Eine andere Form von Körperpflege gefällig? Handgefertigte Seifenstücke in den Farben grün, blau, orange und pink gibt es auf dem Markt mit rund 50 Ständen ebenso zu kaufen wie ein Kräuterpulver «für das jährliche Bad». Krieger in Kauflaune sollen Taschen, Geldkatzen und Armschützer aus Leder locken, ebenso wie glänzende Schwerter.

Für die Damen gibt es Edelgewänder. Ob edle Robe oder Gauklermontur - Hauptsache Schwarz-Rot gilt bei den vier «Spielweibern» von «Filia irata», die mit Trommeln, Dudelsack, Flöten und frechem Gesang den passenden Klang zum Mittelalterlager liefern.

«Eintrittspreise heftig»

Außerdem gehören eine Bauchtänzerin, ein Harfenspieler, Gaukler und eine Theatergruppe mit zum farbenfrohen Treiben. «Es ist sehr interessant, und ich finde es schön, dass so etwas auf die Beine gestellt wird», lobt Besucherin Heidi Specht. Zwei Dinge findet die 58-Jährige Bad Grönenbacherin aber verbesserungswürdig: «Die Eintrittspreise sind - gerade für Familien - heftig. Und es könnten weniger Verkaufsstände mit modernen Artikeln sein.»

Zum ersten Mal ist Kristof Elgert (23) aus Bad Grönenbach «bei anno 1525: «Das Mittelalter-Flair ist klasse - vor allem, weil das Schlossgelände sich für die Veranstaltung super eignet. Man kann sich auch das mittelalterliche Dorfleben mit Schmied und Bäcker gut vorstellen.» Zudem sei das Angebot sehr vielseitig, die Leute freundlich. Bei der nächsten Auflage von anno 1525 will Elgert auf jeden Fall wieder mit dabei sein.

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