Eldern
Orgeln, Senf und Wein

| py | Neben dem Geburtshaus von Karl Josef Riepp (1710 bis 1775) in Eldern steht eine kleine Kapelle. In ihr gibt es eine Orgel, sicherlich zur Liedbegleitung und nicht für konzertante Werke gedacht. Gerade einmal mit knapp drei Oktaven Tonumfang drückt sie sich schmückend an die Empore. Basilikaorganist Josef Miltschitzky gab auf ihr zum Auftakt des Riepp-Jahres (wir berichteten) ein kurzes Konzert mit Werken von Haydn, de Arauxo, Betscher und dem schwäbischen Komponisten Dreyer.

Diplomat und Weinbauer

Anschließend stand in Miltschitzkys Vortrag das Leben und Schaffen Riepps im Mittelpunkt. Neu war für viele der zahlreich gekommenen Zuhörer, dass Riepp nicht nur ein genialer Orgelbauer war. Als Diplomat habe er Mitte des 18. Jahrhunderts zwischen den Interessen verschiedener Klöster und Ordensgemeinschaften vermittelt, so Miltschitzky. Seine Einkünfte habe Riepp in den Handel gesteckt. Windhunde, Senf, Olivenöl und Weinreben für die Zucht gehörten zu seinen Handelsgütern.

Besonders sei Riepp an qualitätsmäßig hochwertigen Weinbergen interessiert gewesen. In der Gascogne legte er sich mehrere Spitzenlagen zu und habe einen Umsatz von bis zu 50000 Flaschen teuerster Weine pro Jahr erzielt. «Das wäre heute umgerechnet ein Umsatz von etwa einer Million Euro gewesen», so Miltschitzky.

Riepp sei ein Mensch gewesen, der die Fähigkeiten gehabt habe, kreativ zu sein und sich schnell in eine neue Umgebung oder Aufgabe einzugewöhnen.

Findiger Techniker

Dass Riepp ein äußerst findiger Techniker war, zeigte Miltschitzky anhand von Bildern, die das Innenleben verschiedener seiner Orgeln offenlegten. Sie dokumentieren, dass Riepp die Handarbeit bei der Mechanik, der Führung der Winde für die Pfeifen und der Steuerung der Manuale und Pedale meisterlich beherrschte.

Weitere Veranstaltungen:

l Das nächste Konzert findet am Samstag, 8. Mai, um 16 Uhr in der Basilika Ottobeuren statt. Michel Tissier (Titulaire der Riepp-Orgel in Beaune) spielt Werke von Dupré und Widor; anschließend spricht Josef Miltschitzky im Pfarrzentrum über das Wirken von Karl Joseph Riepp in der Bourgogne.

l Der Kirchenchor Ottobeuren lädt zu einer Chorfahrt auf den Spuren Karl Joseph Riepps ein. Dabei sollen ein die erhaltenen Orgeln und die Wirkungsstätten des Meisters in Frankreich (Franche-Comté und Bourgogne) sowie in der Schweiz besucht werden. Es gibt noch Plätze für die Fahrt vom 31. August bis 6. September. Infos und Anmeldung bei Giuliani, Telefon (08332) 6982 oder Miltschitzky, Telefon (08332) 6909.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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