Lindenberg
«Optischer Lärmschutz» statt Tempolimit

Die am besten besuchte Bürgerversammlung im Gebiet der Stadt Buchloe fand in Lindenberg statt. Zahlreiche Bewohner des Stadtteils verfolgten im voll besetzten Saal des Schützenheims zuerst den knapp eineinhalbstündigen Bericht von Bürgermeister Josef Schweinberger (wir berichteten) und diskutierten anschließend angeregt über verschiedene lokale Themen.

Thomas Schöttl fragte nach der Geräuschminderung an der B12. Schweinberger erklärte, dass die Errichtung eines Lärmschutzwalls vor einigen Jahren an Grundstücksverhandlungen gescheitert sei. Ende Juli dieses Jahres hatte der Buchloer Stadtrat erneut auf Initiative der UBI beantragt, das Tempo von Autos auf der A96 zwischen den Anschlussstellen Buchloe-West und -Ost auf 80 Stundenkilometer zu begrenzen, Lastwagen sollen dort nur noch 60 Stundenkilometer schnell fahren dürfen. Zudem sollte der Verkehr auf der B12 zwischen der Autobahnanschlussstelle Jengen/Kaufbeuren und Jengen auf 80 und 60 Stundenkilometer verlangsamt werden. Die Beschränkungen sollten zwischen 22 und 6 Uhr gelten.

Auch Flüsterasphalt abgelehnt

Die Autobahndirektion Südbayern hat mittlerweile das Tempolimit auf der A96 abgelehnt. Das Staatliche Bauamt sieht keine Veranlassung für den Einbau einer Flüsterasphaltdecke zur weiteren Lärmminderung. Noch keine Antwort, was die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der B12 betrifft, ist bisher aus dem Landratsamt gekommen, erklärte VG-Geschäftsstellenleiter Arthur Salger gegenüber der BZ.

800 Bäume und Sträucher

Bei der Bürgerversammlung erklärte Schweinberger, dass als «optischer Lärmschutz» bei der Renaturierung der Gennach auf einem zwölf Meter breiten Grünstreifen zwischen Bach und Bundesstraße 800 Bäume und Sträucher gepflanzt worden seien.

Rein rechnerisch sei der Wert einer solchen Bepflanzung zu vernachlässigen. Aber es bringe einen «psychologischen Effekt, wenn man den Lärm nicht sieht». Da alle gesetzlichen Richtwerte unterschritten werden, sei «alles, was wir hier machen, freiwillig», betonte das Stadtoberhaupt.

Den «relativ gut gelungenen Ausbau der Hauptstraße» lobte Wolfgang Kirchner. Er beschwerte sich allerdings, dass die Straße regelmäßig vermüllt werde und zum Teil sogar Zaunlatten herausgerissen würden. Er vermutete, dass Gäste einer Lindenberger Gaststätte dafür verantwortlich seien. «Vandalismus, der mit Alkohol zusammenhängt, gibt es überall. Das kann man nicht immer an einer Wirtschaft festmachen», sagte Wolfgang Lösel. Und auch Schweinberger meinte: «Das ist ein Problem der Jugend. Die hat keinen Respekt mehr vor Eigentum.»

Zumutung für Helfer

Sebastian Schweighofer, Vorsitzender der Lindenberger Feuerwehr, bezeichnete die Südseite des Kirchbergs, an der der Maibaum steht, als «Sauhaufen». Dort sei alle eineinhalb Meter ein Hundehaufen. Für die Maibaumaufsteller sei es eine Zumutung, dort zu arbeiten. Bürgermeister Schweinberger schlug vor, beim Armenhaus eine weitere Hundetoilette aufzustellen und drohte Hundebesitzern ein Bußgeld an, was mit Applaus bedacht wurde.

Bei der Versammlung erklärte Schweinberger außerdem, dass für die Verlängerung des Radweges entlang der Staatsstraße von Lindenberg in Richtung Weinhausen kürzlich der Förderantrag eingereicht worden sei. Er rechnet für das etwa 65000 Euro teure Projekt mit Zuschüssen in Höhe von 75 Prozent.

«Ich denke da machen alle mit», sagte das Stadtoberhaupt zum Thema Bezirksmusikfest, das im Mai 2010 in Lindenberg stattfindet. Es sei das größte Ereignis, das der Stadtteil in den vergangenen Jahren hatte.

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