Ohne Verständigung kein Verständnis

Lindenberg | dj | Nicht selten kommt das große Erwachen bei der Einschulungsuntersuchung. 'Ihr Kind hat zu mangelhafte Deutschkenntnisse, um in die Grundschule zu gehen' - diesen Satz muss Heidi Spieler vom Gesundheitsamt den Eltern ausländischer Kinder häufig sagen. Sprachförderung im Kindergarten soll dieses Problem nun verringern.

Bülent Aydin, Vorsitzender des Ausländerbeirates, kennt das Problem der Migrantenkinder: 'Zuhause sprechen sie nur ihre Muttersprache, vernünftigen Deutschunterricht gibt es nicht.' Deshalb holte er sich neben der Volkshochschule, den Kirchen mit den Kindergärten und den Kinderärzten auch die Stadt Lindenberg mit ins Boot, um an einem Projekt für die frühzeitige Sprachförderung zu arbeiten. Wie groß der Bedarf ist, zeigte der Informationsabend mit knapp 30 ausländischen Besuchern.

In Lindau gebe es bereits ein ähnliches Projekt: 'Wurzeln'. Ausländische Kinder würden hier mit gezielten Deutschkursen im Kindergarten auf die Schule und das Leben vorbereitet, erzählte Gülsüm Krisko-Bozyigit vom Jugendamt. 'Die Kinder lernen spielerisch die deutsche Sprache, ohne jedoch ihre Muttersprache zu vernachlässigen', betonte die Sozialpädagogin.

Heidi Spieler weiß, dass die Sprache oft ein Hindernis ist: 'Das Ausländerkind wird zum Außenseiter', berichtet sie aus Erfahrung. Deshalb freue sie sich über das neue Projekt. Eine Erzieherin werde 90 Minuten pro Woche Wortschatz, Grammatik und Sprachstil mit den Kindern in Kleingruppen üben. Auch die Eltern sollen an dem Projekt beteiligt werden, denn gemeinsam sei der Fördereffekt am größten.

'Ohne Verständigung kein Verständnis' - das kann auch Kinderarzt Dr. Dieter Zahn bestätigen. Die Integration funktioniere besser, wenn keine Sprachbarrieren vorhanden sind.

Auf ein reichhaltiges Materialangebot kann Erzieherin Ute Prinz-Wiedemann, die diese Sprachförderung in allen Lindenberger Kindergärten übernehmen wird, zurückgreifen. 'Ich komme bald in die Schule' oder 'Ich bin krank' steht auf den Erzählpostern, mit deren Hilfe den Kindern spielerisch die deutsche Sprache vermittelt wird. 'Ohne Druck, nur mit Singspielen, Memory oder auch Erzählkreisen', versucht die Erzieherin Eltern und Kindern die Schwellenangst zu nehmen. Und natürlich findet die Sprachförderung in den gewohnten Räumen des Kindergartens statt.

Finanziert wird das Projekt von den Eltern, die vorab einen Obulus zu entrichten haben. Der Rest werde durch die 'großzügige Spende einer Privatperson' (Aydin) ausgeglichen.

Listen zur Anmeldung für die Sprachförderung und weitere Informationen gibt es in den Kindergärten.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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