Börwang
Ohne Schlaf: 840 Kilometer und 12000 Höhenmeter in gut 37 Stunden

Andere mögens eher ruhig. Hermann Dopfer (50) aus Börwang kann mit dieser Einstellung nichts anfangen. Ihn treibt der Spaß an der Bewegung mit dem Rennrad und die Herausforderung. Diesmal war es die Weltmeisterschaft im Ultra-Radmarathon mit Start und Ziel in Graz/Österreich über 760 Kilometer und über 12000 Höhenmeter. Nach 37:25 Stunden war er am Ziel und stand auf dem Stockerl: Platz drei in seiner Klasse über 50 Jahre.

Hinter sich hatte er über eineinhalb Tage ohne Schlaf. «Nur einmal habe ich beim Umziehen im Versorgungsfahrzeug für zehn Minuten die Augen zugemacht», sagt Dopfer. Umziehen musste er sich gleich mehrmals. «Es hat oft geregnet. Da war ich pitschepatschenass.» Drei Begleiter aus dem Freundeskreis halfen dem Oberallgäuer bei seinem Höllenritt in die Karawanken.

Über Villach, Spittal, Lienz, den Felbertauerntunnel, Mittersill und Zell am See ging es hoch Richtung Großglockner. Daher hat das Rennen auch seinen Namen: Glockner Man. Bis auf 2503 Meter führte Dopfer sein Trip.

Bei gerade mal zwei Grad machte er einen kurzen Stopp für das Erinnerungsfoto vor dem Hochtor (dort wird der Scheitelpunkt und die Passhöhe der Großglockner Hochalpenstraße erreicht). Dann ging es wieder runter, vorbei an Schneebergen, ins Tal.

Im Ziel war er aber noch lange nicht. «Danach ging es noch mal so richtig dreckig hoch», so Dopfer. Irgendwann geht das Gefühl für Zeit verloren. Irgendwann sah er dann die Ziellinie, zurück in Graz.

Nächstes Rennen in vier Wochen

«Mit meiner Zeit hätte ich letztes Jahr sogar gewonnen», hat ihm der Sieger anschließend gesagt. Am Ende lag er vier Stunden hinter Johann Eisenbaum (Vorarlberg) und 90 Minuten hinter Alexander Vonbank (Bregenzerwald).

Am wichtigsten war Dopfer aber, bei seiner ersten Teilnahme überhaupt ins Ziel gekommen zu sein. Noch eine Woche zuvor hatte er Halsweh und hätte gar nicht fahren können.

Jetzt regeneriert Dopfer erst mal verständlicherweise. Aber in vier Wochen geht es schon wieder los. Dann steht der Schweiz-Marathon über 720 Kilometer Länge auf dem Programm des Börwangers, der für den RSC Logwin Kempten fährt. Dort will er sich für das legendäre «Race across America» (Rennen durch Amerika) qualifizieren.

«Das ist das Ziel», sagt Dopfer, der verheiratet ist, zwei Kinder hat, in Kaufbeuren als arbeitsmedizinischer Assistent arbeitet und seit 2005 Extrem-Rennen fährt. «Aber ob ich daran auch Teilnahme, sollte ich mich überhaupt qualifizieren, das ist eine ganz andere Frage. Das dürfte finanziell - so um die 15000 Euro - etwas schwierig werden.»

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