Blaichach
Ohne ein Wort Deutsch begonnen, jetzt «Talent im Land»

«Ich wollte gut sein.» So erklärt Berna Kay aus Blaichach ihren Erfolg in der Schule, der jetzt in ein Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung mündet. Berna Kaya, die 2004 mit ihren Eltern aus der Türkei nach Blaichach kam und damals kein Wort Deutsch konnte, darf sich nunmehr «Talent im Land» nennen. Die Stiftung bemüht sich gerade um Jugendliche mit MigrationsHintergrund und will sie zu höchsten Bildungsabschlüssen führen.

Das Mädchen war zwölf, als Blaichach das neue Zuhause wurde. Anfangs sei es für sie «voll schwer» gewesen, schildert die heute 17-Jährige ihre Anfangsprobleme. Mit einem Kauderwelsch aus Englisch und Deutsch sowie der Zeichensprache habe sie sich zu verständigen versucht. «Vom Unterricht verstand ich damals nichts», gesteht Berna heute lachend ein.

Es fiel ihr leicht, Kontakte mit Gleichaltrigen zu knüpfen

Doch das änderte sich schon bald. «Die Lehrer und meine Mitschüler haben mir sehr geholfen», zeigt sich die junge Türkin überaus dankbar. Da das Mädchen nach dem Urteil ihrer Lehrer äußerst aufgeschlossen war, fiel es ihr leicht, Kontakte zu den gleichaltrigen Allgäuern zu knüpfen. Ihre neu gewonnenen Freundinnen und Freunde haben ihr beim Lernen der bis dahin so fremden Sprache beigestanden, freut sich Berna.

«Ich habe selbst viel geredet und immer wieder gelesen.» Aber auch ihre Familie hat sie stark unterstützt.

Am leichtesten fiel ihr der Mathematik-Unterricht, wie Berna erzählt. Bis heute ist es ihr Lieblingsfach. Ihr Ehrgeiz, der sie anspornte, hat mittlerweile Früchte getragen: Aus einer Gruppe von 300 Bewerbern aus dem gesamten Freistaat Bayern wurde die 17-Jährige in den Kreis der 50 auserwählten Stipendiaten aufgenommen.

Leistungswille als Ansporn für alle anderen

«Berna hat ihren Leistungswillen unter Beweis gestellt», begründet Dr. Tobias Haaf als Projektleiter des Programms, warum die junge Blaichacherin auserkoren wurde. Vor allem ihre Fähigkeit, sich in komplexe Denkfelder hineinzuversetzen und ihre Teamfähigkeit hätten die Entscheidungsträger überzeugt, legt Haaf dar.

Zudem habe Berna als Klassensprecherin und bei verschiedenen Projekten Verantwortungsbewusstsein gezeigt.

Als «außergewöhnlich» bezeichnet auch Bernas Lehrer Jochen Kraus die Leistungen seiner Schülerin. «Sie ist die Erste, bei der ich bereits nach kurzer Zeit so enorme Steigerungen gesehen habe», urteilt Kraus. Eingebettet in sein dickes Lob ist auch der Hinweis darauf, dass die 17-Jährige mit ihrer Persönlichkeit einen guten Einfluss auf die anderen Schüler in der Klasse ausübe.

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