Westallgäu
Oft schmerzt erst ein Fahrverbot

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Von einer «traurigen Bilanz» spricht das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West in einer Pressemitteilung mit Blick auf einen starken Anstieg der tödlichen Verkehrsunfälle (siehe dazu auch Allgäu-Rundschau in dieser Ausgabe). Vielfach verunglücken Zweiradfahrer, heißt es weiter. Wir sprachen mit Präsidiums-Pressesprecher Christian Owsinski über rasende Motorradfahrer im Westallgäu, die B308 als Unfallschwerpunkt und Kradfahrer, die erst dann aufdrehen, wenn die Polizei außer Sichtweite ist.

In der Pressemitteilungen kündigen Sie «verstärkte Kontrollen» an. Was bedeutet das konkret?

Christian Owsinski: Aufgrund der gestiegenen Zahl an tödlichen Verkehrsunfällen wurden die Dienststellen vom Präsidium angewiesen, verstärkt entsprechende Kontrollen durchzuführen. Zusätzlich erhalten sie in der nächsten Zeit Unterstützung von der Bereitschaftspolizei.

Wie wird den Rasern auf den Zahn gefühlt?

Owsinski: Die Polizei wird alle ihr zur Verfügung stehenden technischen Überwachungsanlagen verwenden. Dazu gehören Handlaser und Radarfahrzeuge genauso wie Seitensensoren, die wie eine Lichtschranke funktionieren, und zivile Videokrads, die mit einer Kamera ausgestattet sind.

Zeigen Raser Einsicht, wenn sie mit ihrem Fehlverhalten konfrontiert werden?

Owsinski: Bei einer Vielzahl der ertappten Fahrzeugführer besteht Einsicht, insbesondere, wenn es sich um eine unbewusst begangene Überschreitung handelt. Leider gibt es ein Klientel, das Geldbußen bewusst in Kauf nimmt und die erst ein Fahrverbot schmerzt.

Wie viele Unfälle mit tödlichem Ausgang gab es heuer bereits im Westallgäu?

Owsinski: Im Landkreis Lindau gab es in diesem Jahr bisher sieben Verkehrstote, das ist bereits eine Unfallopfer mehr als im gesamten Jahr 2008.

Wo wird hier am meisten Gas gegeben?

Owsinski: Einschlägige Strecken mit mehreren tödlichen Unfällen gibt es nicht. Unsere Kontrollen konzentrieren sich daher auf die Strecken, auf denen es bekanntermaßen zu massiven Verkehrsverstößen kommt - wie zum Beispiel die B 308.

Was bedeuten diese «massiven Verkehrsverstöße» für das Westallgäu in Zahlen?

Owsinski: Es handelt sich um gemessene Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilomtern auf der Bundesstraße bei erlaubten 100 Stundenkilometern.

Wo hat die Polizei diese Geschwindigkeiten gemessen?

Owsinski: Schwerpunkt ist hier die B308 vom Oberallgäu bis ins Westallgäu.

Sie schreiben in der Pressemitteilung von «Feierabendrunden». Gibt es tatsächlich einen bestimmten Zeitraum, in der Raser vorzugsweise unterwegs sind?

Owsinski: Die Polizei hat festgestellt, dass die gröbsten Verkehrsverstöße nicht von dem Ausflugsverkehr am Wochenende begangen werden. Problematischer sind die Kradfahrer, die am Spätnachmittag noch ihre «Stammrunde» abfahren. Darunter sind Personen, die sogar erst überprüfen, ob Kontrollen stattfinden bevor sie richtig aufdrehen.

Sind weiter zunehmende Kontrollen mittel- und langfristig eine Lösung, um das Rasen zu stoppen?

Owsinski: Leider gibt es Personen, die erfahrungsgemäß nicht über Appelle an die Vernunft erreicht werden können. Diese kommen erst durch hohe Bußgelder oder Fahrverbote zur Einsicht.

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