Österreicher wollen in Kempten Jugendhotel bauen

Von Franz Summerer
| Kempten Konkurrenz belebt das Geschäft: So ist jetzt Bewegung in Sachen Jugendherberge gekommen, nachdem die 'Jugend- und Familiengästehäuser', ein Verein aus Österreich, Interesse an einem Neubau angemeldet haben. Denn auch das Deutsche Jugendherbergswerk hat weiterhin den Wunsch, in Kempten eine Einrichtung zu betreiben. Zunächst wird sich der Stadtrat mit den beiden Konzepten befassen.

Die alte Jugendherberge auf dem Drumlin an der Saarlandstraße wurde 2003 geschlossen, weil sie nicht mehr den Ansprüchen entsprach. Als neuen Standort hat die Stadt mittlerweile das frühere Hallenbad-Areal an der Stadtbadstraße im Flächennutzungsplan festgeschrieben. Sowohl die Stadt als auch das Bayerische Jugendherbergswerk hatten früher ihren Willen betont, dort eine neue Jugendherberge zu eröffnen. Allerdings, so erklärte bisher das Herbergswerk, werde es mit einem Neubau nichts vor 2011, weil die Fördertöpfe erschöpft seien.

'Da könnten wir schon eröffnen', sagt Gernot Reitmaier vom Vorstand der 'Jugend- und Familiengästehäuser' aus Österreich. Der gemeinnützige Verein aus Graz betreibt 30 Häuser in Österreich. Jetzt will er verstärkt Richtung Deutschland expandieren: So haben die Österreicher im September in Nördlingen ihr erstes Haus eröffnet. Laut den Buchungen werden dort heuer 30 000 Übernachtungen erwartet. Reitmaier: 'Wir denken nicht in Ländergrenzen sondern schauen auf die Tourismusgebiete.' Und da sei Kempten ein interessanter Standort. Die Stadt habe ein großes kulturelles Angebot und liege in einer tollen Umgebung mit vielen Möglichkeiten zu sportlicher Betätigung oder Wandern und Radfahren in der Natur. Das spreche die Zielgruppen an: Schulklassen, Jugendgruppen, Sportvereine oder junge Familien.

180-Betten-Haus

Wobei, so Reitmaier, die Jugend- und Familiengästehäuser keine reinen Jugendherbergen seien. Vielmehr würden sie zwischen denen und herkömmlichen Hotels liegen - mit Zwei- bis Vierbett-Zimmern, die alle WC und Dusche haben. Außerdem gebe es eine Reihe von Betreuungs-Angeboten - von gesunder Ernährung über Sport bis zum Erlebnisurlaub. Da arbeite sein Verein mit Partnern vor Ort zusammen. Für Kempten sei ein Haus mit 180 Betten angedacht.

Wie das funktioniert, davon will sich der Stadtrat im August in Nördlingen selbst ein Bild machen. Denn die Stadt würde sich am Bau einer solchen Einrichtung finanziell beteiligen müssen, erläutert Dr. Richard Schießl, Leiter des Amts für Stadtentwicklung. Er rechnet in etwa mit einem Anteil von 50 Prozent. Im Herbst soll der Stadtrat dazu eine Grundsatz-Entscheidung treffen.

Dabei, betont Schießl, sei das Deutsche Jugendherbergswerk noch nicht aus dem Rennen. So will dessen Bayerischer Vorstand, Michael Gößl, jetzt die Gespräche mit der Stadt wieder aufnehmen, wie er gegenüber der AZ erklärt: 'Wir wollen immer noch eine Jugendherberge in Kempten errichten.' Die Frage sei, ob der Stadtrat diese auch wolle oder sich für das Konzept der Österreicher entscheide.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen