Kempten
Österreicher erhalten den Zuschlag

Die Jugend- und Familiengästehäuser aus Österreich Jufa betreiben künftig das geplante Jugendgästehaus. Im Verwaltungsrat des Kemptener Kommunalunternehmens (KKU) fiel die Entscheidung nach der Analyse eines ganzen Katalogs an Anforderungen gegen das Deutsche Jugendherbergswerk, das sich ebenfalls beworben hatte. «In der Gesamtbetrachtung haben die Österreicher besser überzeugt», sagte Vorsitzender und Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer am Freitag.

Im Vorfeld gab es hitzige Diskussionen um die Entscheidung (wir berichteten). Die Kemptener Hotellerie war in großer Sorge, dass der österreichische Anbieter den etablierten Häusern Konkurrenz macht.

Auf diese Bedenken wurde im Verfahren eingegangen, heißt es dazu in einer Mitteilung aus dem OB-Büro. So entspreche die Zimmerstruktur eindeutig den Erfordernissen eines Hauses, das auf Schulen sowie Kinder- und Jugendgruppen ausgerichtet ist: 134 der vorgesehenen 186 Betten würden in Vier- oder Fünf-Bett-Zimmern eingerichtet. Es gebe lediglich elf Doppelzimmer. Und der Begriff «Hotel» dürfe in der Werbung für das Haus nicht verwendet werden.

Hoteliers «enttäuscht»

«Enttäuscht» reagierten die Vertreter der Kemptener Stadthotels, berichtete Uli Schmid, Chef im Hotel am Forum: «Wir haben nach wie vor größte Bedenken, dass ein Wettbewerb gegenüber den bestehenden Betrieben entsteht.» Man poche nun umso mehr darauf, in die Vertragsgestaltungen mit einbezogen zu werden, was bisher nicht der Fall gewesen sei. Auch juristisch werde man hinterfragen, wie es zu beurteilen ist, wenn ein kommunales Unternehmen in den freien Markt eingreife.

Das Gebäude selbst entsteht unter der Regie des KKU, das auch Eigentümer bleibt. Rund sechs Millionen Euro nimmt das Tochterunternehmen der Stadt dafür in die Hand. Als Standort ist seit Langem das Gelände des ehemaligen Hallenbads auserkoren, das dem KKU gehört.

Ziel der Stadt ist, das Übernachtungsangebot für junge Menschen auszuweiten. Da gebe es eine Lücke, seit 2003 die marode Jugendherberge an der Saarlandstraße geschlossen wurde. Dies ist auch unter den Hotelbetrieben unstrittig. Im künftigen Jugendgästehaus soll der Austausch über Ländergrenzen hinweg gefördert werden. Nächstes Jahr ist der Baubeginn angedacht, 2011 könnten die ersten Gäste anreisen. Die Stadt rechnet mit rund 35000 zusätzlichen Übernachtungen pro Jahr.

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