Öl-Holen im Keller fällt jetzt weg

Oberstdorf (johs). Noch vor ein paar Monaten musste Erika Bock aus Oberstdorf regelmäßig in den Keller laufen, um Öl zu holen, das sie für die Einzelheizung ihrer 57 Quadratmeter großen Wohnung benötigte. 'Das war immer eine sehr mühsame Angelegenheit', erinnert sich die 66-Jährige. Als Bock von ihrem Vermieter, dem Sozial-Wirtschafts-Werk (SWW) des Landkreises Oberallgäu, die Information erhielt, dass der komplette Altbau saniert werden soll, war sie zunächst etwas skeptisch. 'Ich habe gedacht, das kann ja nur viel Dreck und Lärm bedeuten', sagt Bock. Doch seit Ende des Umbaus im November vergangenen Jahres, ist die Mieterin von den Vorteilen dieser Maßnahme überzeugt.

So ersetzte das SWW die alten Öfen des Altbaus Baujahr 1961 durch eine Zentralheizung mit Wärmepumpe, die ihre Energie aus dem Grundwasser zieht. Geheizt wird zudem mit Solarenergie. Die Fenster wurden dreifach verglast, um den Energieverlust zu minimieren. Das 'Herzstück' der Sanierung ist laut Tobias Kracker, Leiter der technischen Abteilung des SWW, eine automatische Lüftungsanlage, die einen wesentlichen Beitrag für ein angenehmes Raumklima schafft. 'Sie führt permanent frische Luft zu, ohne erhöhte Luftbewegungen in den Räumen zu verursachen. Somit ist das Öffnen der Fenster eigentlich überflüssig', sagt Kracker. Auch das Dach, die Fassade und die Kellerdecke wurden mit einer Wärmedämmung ausgestattet.

Betreut wurde die Baumaßnahme vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (Eza), mit dem Ziel, eine um 50 Prozent bessere Energiebilanz als ein Neubau zu erreichen. Dafür erhielt die SWW Fördermittel von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Deutschen Energie-Agentur (DENA).

Durch die Sanierung sollen die Kaltmieten zwar leicht ansteigen. 'Dafür gehen die Nebenkosten aufgrund der Energiesparmaßnahmen zurück', sagt Kracker.

Doch die Sanierung bietet nicht nur Vorteile bei der Energieeinsparung. Auch der Wohnwert wurde Kracker zufolge erhöht. 'Wir haben die Bäder und die Elektroanlagen neu saniert und größere Balkone gebaut.' In diesem Jahr sollen zudem Stellplätze vor dem Haus angelegt werden.

Erika Bock jedenfalls fühlt sich in ihrer neuen Umgebung 'sehr wohl'. Und auch der Lärm und der Schmutz, den der Umbau mit sich gebracht hatte, sind längst vergessen. 'Hier werde ich jedenfalls nicht so schnell wieder ausziehen', erklärt die 66 Jahre alte Mieterin.

iDie 8. Allgäuer Altbautage in der Kemptener Fachhochschule mit rund 100 Ausstellern finden am Samstag und Sonntag, 24./25. Februar statt. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.allgaeuer-altbautage.de

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