Hildegardplatz
Oberbürgermeister: Plakat-Spruch der Tiefgaragen-Gegner irreführend

«Nein zu Stuttgart 21 - oben bleiben»: Das ist einer der Slogans mit dem die Gegner der Stuttgarter Bahnhofs-Pläne für ihre Ziele kämpfen. «Nein zur Tiefgarage - oben bleiben»: Mit diesem Slogan wirbt auch die Initiative gegen eine Tiefgarage am Hildegardplatz auf einem ihrer Plakate. Sehr zum Ärger von Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer und den Befürwortern der Tiefgarage: «Damit», so der OB, «wird der Eindruck erweckt, als würde sich am heutigen Zustand des Platzes nichts ändern und dass es zukünftig genauso viele Parkplätze am Hildegardplatz gibt wie bisher». Dagegen erklärt Ralf Oberbauer von der Initiative: «Diesen Eindruck wollten wir nicht erwecken.»

Als << irreführend >> kritisiert Netzer den Slogan in einer Pressemitteilung. Denn ohne Tiefgarage werde es nicht genauso viele Parkplätze << oben >> geben wie bisher, << sondern es werden vielmehr 95 Stellplätze entfallen >>. Laut Stadtratsbeschluss vom 9. Dezember wird die Oberfläche des Hildegardplatzes auf jeden Fall völlig umgestaltet - mit oder ohne Tiefgarage. Ohne Tiefgarage verbleiben auf dem Hildegardplatz 40 Parkplätze. Daher würden die Kemptener am 10. April darüber entscheiden, ob sie << entweder weiterhin 182 Stellplätze inklusive Tiefgarage wollen oder auf 95 Parkplätze verzichten >>, so Netzer.

<< Kleinigkeiten >>

<< Nicht nachvollziehen >> kann dagegen Ralf Oberbauer, Sprecher der Tiefgaragen-Gegner, diese Interpretation des Slogans: << Oben bleiben bedeutet doch nur, dass wir nicht für eine Parkgarage in die Tiefe gehen wollen. >> Mit der Anzahl der Stellplätze oder dem Aussehen des Hildegardplatzes habe das nichts zu tun. Eher schon mit einer Anspielung auf den Stuttgart-21-Protest. Auf Wahlplakaten arbeite man eben mit Schlagworten, die Emotionen wecken sollen. Das mache auch die Gegenseite so. Außerdem befremdet es Oberbauer, dass sich ein Oberbürgermeister << mit solchen Kleinigkeiten >> beschäftige. Und er fragt sich, warum der OB nicht auf ihn zugekommen sei, bevor er eine offizielle Pressemitteilung verfasste.

Das Plakat war auch Thema bei Aschermittwochs-Veranstaltungen. Als << Lüge >> bezeichnete Thomas Kreuzer von der CSU die Aussage des Plakats: << Hier spielt sich Volksverdummung ab >>, meinte der frischgebackene Staatssekretär beim Politischen Aschermittwoch der CSU in Wildpoldsried. Als << unpassend >> kritisierte dagegen FDP-Stadtrat Ullrich Kremser die << Oben-bleiben >>-Verbindung zum Protest gegen Stuttgart 21: << Das kann man nun wirklich nicht vergleichen >>, findet Kremser, obwohl er die Tiefgarage ebenfalls ablehnt. Aber auch der Plakat-Spruch << Mehr Platz, mehr Leben >> der Gegenseite missfällt ihm: << Mit der Tiefgarage gibt es nicht mehr Platz, sondern eher weniger >> - wegen der Aufgänge, die Fläche verbrauchen.

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