Oberallgäuer erkrankt fast 20 Jahre nach der Infektion mit dem Fuchsbandwurm

Mit der Ungewissheit leben Sulzberg/Oberallgäu (kep). 'Fast 20 Jahre lang habe ich den Parasiten mit mir herumgeschleppt, aber nie irgend etwas bemerkt. Ich hatte keinerlei Schmerzen', schildert Josef Dopfer den Verlauf einer Infektion, von der keiner wusste. Vor drei Jahren dann aber quälten den Sulzberger Landwirt Gallenbeschwerden und seine Haut verfärbte sich. Kurze Zeit später traf ihn die Diagnose wie ein Schlag: Die Fuchsbandwurmkrankheit war ausgebrochen.

Sein Gesicht leuchtete plötzlich ganz gelb - wie bei einer Lebererkrankung', beschreibt Josef Dopfer die beängstigenden Symptome. Diesem Verdacht gingen auch die Ärzte im Memminger Klinikum nach und untersuchten zuerst Blut und Gewebe des Patienten. 'Es hätte ja auch Krebs sein können, aber nach zwölf Tagen lag dann das Ergebnis vor und es war negativ', erinnert sich der heute 54-Jährige an das Auf und Ab der Gefühle an jenen Tagen, als er ohne klare Diagnose leben musste. Dopfers Tätigkeit in der Landwirtschaft veranlasste die Ärzte dann, ihn auf die seltene Fuchsbandwurmkrankheit zu untersuchen. Und : die Vermutung bestätigte sich. 'Ich muss mich an verseuchten Beeren oder Pilzen angesteckt haben', mutmaßt Dopfer über den Ansteckungsherd in seinem Fall, noch immer bewegt von seinem Schicksal. Andere typische Überträger sind Hunde, Katzen oder die infizierten Füchse.

Fest stand für die Mediziner, dass sich der Landwirt vor 18 Jahren angesteckt hatte, ohne dass der lebensgefährliche Erreger ausgebrochen war. 'Das ist keine Seltenheit, die Inkubationszeit kann von zwei Wochen bis zu 18 Jahren betragen', weiß Dopfer heute. Umgehend wurde dem Sulzberger mehr als die Hälfte seiner Leber entfernt, genauer gesagt der Teil, der bereits mit den infektiösen Eiern des Fuchsbandwurms befallen war. 'Außerdem musste ich Tabletten schlucken, damit aus womöglich übrig gebliebenen Eiern keine Larven schlüpfen konnten', erzählt er.

Es sei ein Glück gewesen, dass er die Medikamente so gut vertragen hat und noch 20 Prozent seiner Leber funktionstüchtig war. Nur dann sei eine Operation überhaupt noch möglich. Weil Josef Dopfer hauptberuflich Landwirt ist, hat die Berufsgenossenschaft die Kosten der Behandlung übernommen.

Seiter geht es Josef Dopfer wieder gut. Jedes halbe Jahr muss er trotzdem noch zur Untersuchung nach Ulm, um sicher gehen zu können, dass alles in Ordnung ist. 'Momentan gelte ich als geheilt, aber bei dieser Krankheit kann man nie wissen, ob nicht doch noch was nachkommt', muss der Landwirt mit dieser Unsicherheit auch in Zukunft leben.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen