Haushalt
Nur wenig Spielraum für weitere Investitionen

Wenig Geld in den Kassen, viele Aufgaben zu erledigen. Viel Spielraum bleibt der Gemeinde Mittelberg im nächsten Jahr nicht. «Der Zwang ist so massiv, dass wir nur am Verwalten sind und erst wieder zum Gestalten kommen, wenn wir die Freiräume geschaffen haben», brachte Bürgermeister Andi Haid das Dilemma auf den Punkt.

Einstimmig hat die Gemeindevertretung Mittelberg den Haushalt 2011 verabschiedet. Der Voranschlag sieht Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 25,4 Millionen Euro vor. Die größten Investitionen sind die Abwasserbeseitigung, das neue Heim für die Walser Rettung, die Sanierung des Hochbehälters, die Ortsentwicklung Mittelberg und die Skiverbindungen im Tal (siehe Grafik).

Um Kosten einzusparen, sollen Leistungen der Gemeinde in den Bereichen Loipen, Wege, Grünanlagen und Schneeräumung ausgelagert werden. Zudem sind in diesem Bereich keine Personalneubesetzungen vorgesehen. Die Anschaffung jedes Fahrzeuges für den Bauhof soll hinterfragt und der Einsatz von Leihfahrzeugen geprüft werden. Auch der Reinigungsumfang in öffentlichen Gebäuden soll auf den Prüfstand. «Alle Mitarbeiter sind aufgefordert, Einsparpotenziale und Verbesserungsvorschläge aufzuzeigen», sagte Gemeindesekretär Toni Berchtold.

«Wir halten in der Verwaltung wenig von pauschalen Kürzungen.»

Im Vergleich zum Vorjahr gab es Mehreinnahmen bei den Wasserbezugs- und Kanalgebühren. Auch Gästetaxe, Tourismusbeitrag und Kommunalsteuer spülten mehr Geld in den Gemeindesäckel. Negativ wirke sich aus, dass Vergnügungssteuer, Einhebegebühr, Kriegsopferabgabe und der Entlastungsbeitrag zum Pflegeheim wegfallen. Die Spielbankabgabe wird reduziert. Der Schuldendienst und die Betriebskosten für das Schwimmbad stiegen an.

Der Gesamtschuldenstand der Gemeinde wird laut Kämmerei mit Ende des Jahres knapp 17,5 Millionen Euro betragen. Es soll keine Nettoneuverschuldung geben. Die Pro-Kopf-Verschuldung der knapp 5000 Einwohner des Tales liegt bei rund 3300 Euro.

«Die Einsparpotenziale wurden aufgezeigt und berücksichtigt», lobte Leonhard Schuster (Initiative Pro Kleinwalsertal) den Voranschlag der Verwaltung. Er empfahl, den Hebel auf der Einnahmenseite anzusetzen, um Geld für Investitionen zu haben. «Keine gravierenden Veränderungen des Zahlenwerks» sah Ulrich Leitgeb (Freie Walser Bürgerliste). Er forderte, bei den Investitionen das «Wunschkonzert» einzubremsen.

Roland Ritsch (Offene Bürgerliste und Volkspartei Kleinwalsertal) sprach sich dafür aus, jede Investition der Gemeinde genau zu hinterfragen, wertete den Voranschlag aber als «Schritt in die richtige Richtung.» «Finanziell nur melken und abspecken führt zu einem Stillstand im Tal», warnte der Finanzausschuss-Vorsitzende, Hubert Lorenz (Freie Walser Bürgerliste). «Wir müssen auch in Zukunft wichtige Projekte in Angriff nehmen.»

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