Nur nicht runterfallen!

Von Manfred Sendlinger
| Lindenberg Alles was man braucht sind zwei Bäume und ein Nylonband - etwa einem Spanngurt nachempfunden, nur etwas elastischer - und schon ist man mittendrin im Slacklining. Ähnlich wie beim Seiltanzen geht es darum, die gespannte Seilstrecke - von knie- bis hüfthoch - ohne «abzusteigen» zu bewältigen und so den Gleichgewichtssinn zu schulen. Laut Markus Holland, Ressortleiter Reha-Sport beim TV Lindenberg, ist Slacklining die Trendsportart des Jahres 2008: «Es ist nicht nur eine sehr kostengünstige Sportart - die einfachste Version eines Slackline-Bandes kostet im Fachhandel unter 50 Euro - sondern kann auch im eigenen Garten praktiziert werden.»

15 Übungsleiter vor Ort

Auf diesen Trendsport wollen sich natürlich die Sportvereine einstellen, um bei anziehender Nachfrage nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. Deshalb nutzten 15 Übungsleiter aus dem gesamten Landkreis die Möglichkeit, sich beim TV Lindenberg unter fachkundiger Anleitung im Slacklining ausbilden zu lassen. Diese Aufgabe hat Sportstudentin Mirjam Huber übernommen. Bayernweit besucht sie im Auftrag des Bayerischen Turnverbands Vereine, um den Übungsleitern vor Ort unter die Arme zu greifen. «Hier geht es in erster Linie darum, diesen Sport überhaupt vorzustellen. Dann lernt man den korrekten Umgang mit dem Arbeitsgerät, das richtige Spannen sowie Kniffe und Tricks bei der praktischen Ausübung», so die Sportstudentin.

Rita Brutscher, Jugendleiterin beim TSV Niederstaufen, hat in ihrem Verein zwar noch keine konkrete Nachfrage nach so einer Slackline festgestellt, möchte den Sport aber ins Übungsangebot mit aufnehmen: «Immer mehr Kinder sind auch beim Sport unkonzentriert und unruhig. Deshalb sehe ich Slacklining als ideale Ergänzungssportart, da man hier sehr konzentriert bei der Sache sein muss.»

Auch ein therapeutischer Ansatz

Das bestätigt auch Markus Holland: «Einmal an etwas anders denken, und schon bist Du unten.» Der gelernte Physiotherapeut und Masseur entdeckt im Slacklining auch therapeutische Ansätze: «Zum Beispiel bei Fuß-Knie-Instabilitäten oder Haltungsschäden ist Slackline empfehlenswert. Die instabile Unterlage des Bandes muss durch ständiges Muskelspannen ausgeglichen werden. Dabei werden Gleichgewicht, Koordination und Konzentration geschult.»

Markus Holland und TVL-Geschäftsführerin Sabine Knaus könnten sich durchaus vorstellen, Slacklining dauerhaft beim TV Lindenberg anzubieten - und zwar keineswegs nur als Reha-Sport. Und noch ein Gedanke spukt Holland im Hinterkopf herum: «Am Waldseebad gibt es zwei schöne Stellen, die Slackline-tauglich sind. Wir bräuchten dazu lediglich zwei oder drei dauerhaft in den Boden eingelassene kniehohe Pfosten, zwischen denen die Slackliner ihre Bänder spannen könnten.»

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