Mindelheim / Unterallgäu
Nur die Unbeständigkeit war beständig

Fragt man den Mindelheimer Wetterbeobachter Hans-Peter Schneider, wie das Wetter in diesem Sommer 2009 war, dann fällt ihm spontan ein Wort ein: Schaukelwetter! Doch was steckt da dahinter: «Teils kühl, häufig jedoch sommerlich, meist am Ende einer kurzen, markanten Hitzperiode.» So fasste Schneider den Sommer 2009 zusammen. Permanent hätten sich trockene und wärmere Abschnitte mit feuchteren, etwas kühleren Phasen abgewechselt. Kurze Hitzewellen wurden oft von teils heftigen Gewittern abrupt beendet. Die Niederschlagsmenge sei geringfügig unter, die Sonnenscheindauer etwas über dem Durchschnitt gewesen. Dies sieht man auch an den Durchschnittstemperaturen, die an der Wetterstation Mindelheim von Hans-Peter Schneider gemessen wurden.

Juni 2009: 15,79 Grad (Juni 2008: 17,55 Grad)

Juli 2009: 18,07 Grad (Juli 2008: 18,05 Grad)

August 2009: 19,75 Grad (August 2008: 17,68 Grad).

Zum Monatswechsel von Juni auf Juli sowie in der zweiten Augusthälfte stellte sich auch für etwas längere Zeit angenehm sommerliches Wetter ein. Gegen Ende der zweiten Augustdekade sei der Sommer sogar nochmals zur Hochform aufgelaufen. Am 20. August kletterte das Quecksilber auf Werte über 35 Grad und erreichte damit den Titel «Heißester Tag des Jahres».

In den Jahren zuvor seien die Höchstwerte immer im Laufe des Julis erreicht worden, stellt Schneider weiter fest. Zu erwähnen sei noch, dass es in den letzten Jahren noch nie so viele Hitzewarnungen im August gab wie heuer.

Die Niederschläge seien meist in Zusammenhang mit sommerlichen Gewitterlagen aufgetreten. Herausragend war hier der 13. August 2009, wo 30,4 Liter Regen auf den Quadratmeter fielen, davon 18,9 Liter innerhalb von 30 Minuten. «Der Juli 2009 war in unserer Region eindeutig zu trocken», so Schneider, dabei hatten viele den Eindruck, dass es anders war. Dies liege vermutlich daran, dass im Juli meist die Wochenenden verhagelt waren und viele Feste ins Wasser fielen. Insgesamt sei das Ergebnis jedoch ausgeglichen.

Stabile Hochdrucklagen, bei denen sich ein blockierendes Hoch über dem östlichen Mitteleuropa etabliert und die atlantischen Tiefdruckgebiete in weitem Bogen um Mitteleuropa nördlich oder südlich lenkt, habe es in diesem Sommer nicht gegeben.

Diese Wetterlagen bezeichnen Meteorologen als Omega-Wetterlagen, weil das dazu benötigte Strömungsmuster, wie es sich dann in der freien Atmosphäre darstellt, sehr stark an den griechischen Großbuchstaben Omega erinnert. Der Sommer im Jahr 2003 und teilweise der Frühsommer in 2006 seien geprägt von diesen Wetterlagen gewesen. Wochenlanger Sonnenschein und lange, niederschlagsarme Phasen waren die Folgen.

Nach der Statistik bleibt noch die Frage nach der Zukunft. Alle träumen von einem goldenen Herbst. Da kann Schneider nichts Neues verkünden. Die Computersimulationen würden auch für die kommenden Tage kein anderes Bild bieten. Der Wechsel von zwei, drei Tagen Sonnenschein mit zwei bis drei Tagen, die teils gewittrigen Regenfällen bieten, setze sich fort.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen