NPD-Gegner wollen Zeichen setzen

Von Volker Geyer
| Memmingen Die Vorbereitungen für eine Demonstration gegen eine NPD-Veranstaltung in der Memminger Stadthalle am 6. September laufen auf vollen Touren. Über 20 Gruppen aus Politik, Kirche und Gesellschaft sind daran beteiligt. Die Organisatoren rechnen mit mindestens 500 Demonstranten.

An der Spitze des Memminger «Aktionsbündnisses gegen Rechts» stehen die Stadträtinnen Corinna Steiger (Bündnisgrüne) als Versammlungsleiterin sowie Petra Beer (SPD) und Maria Schmölzing (CSU) als deren Stellvertreterinnen. Laut Steiger werden sich die Demonstranten am Samstag, 6. September um 13 Uhr auf dem Theaterplatz treffen. Dann wollen die Teilnehmer durch die Fußgängerzone zum Marktplatz gehen. Von dort ziehen sie über die Zangmeisterstraße, die Hermanns- und die Zwinggasse an der Stadthalle vorbei und kehren auf den Marktplatz zurück. Hier findet schließlich eine Kundgebung statt. «Diese wollten wir ursprünglich auf dem Stadthallenvorplatz durchführen», sagt Steiger. Die Stadt und die Polizei haben allerdings die Befürchtung, dass sich unter die friedlichen Demonstranten auch gewaltbereite NPD-Gegner mischen.

Um die Stadthalle mit ihrer Glasfassade vor eventuellen Steinwürfen zu schützen, müsste das Gebäude nach Steigers Worten «weiträumig abgesperrt» werden. «Dann wäre für die Kundgebung aber nicht mehr genügend Platz.» So habe Schmölzing vorgeschlagen, wenigstens den Demonstrationszug an der Halle vorbei zu führen und dort einen kurzen Stopp einzulegen.

Bei der Kundgebung auf dem Marktplatz sind mehrere Reden vorgesehen. Neben Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger sprechen Pfarrer Stephan Ranke, Regionaldekan Martin Maurer sowie der Vorsitzende der Türkisch-Islamischen-Union Memmingen, Sebahattin Kasimfirtina, und Martin Löwenberg. Der ehemalige KZ-Häftling und Zwangsarbeiter ist Gründungsmitglied der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und des Freien Deutschen Gewerkschaftsbunds.

«Rock gegen Rechts»

Am Abend spielen im Kaminwerk verschiedene Bands «Rock gegen Rechts». Die Organisatoren sind das Kaminwerkteam sowie die Schülervertretung Massiv. Vor allem Jugendverbände werden im Vorfeld der Demonstration noch Flugblätter an alle Haushalte verteilen.

«Es ist wirklich toll, dass sich so viele Gruppen an dem Aktionsbündnis beteiligen», freut sich Petra Beer. Zugleich erinnert sie daran, dass der geplanten Kundgebung eine einstimmig gefasste Resolution des Stadtrats vorausging, in der sich das Plenum ausdrücklich von der NPD-Veranstaltung distanziert.

Wie berichtet, plant die NPD im Rahmen des Landtagswahlkampfs ein Treffen mit rund 150 Personen im kleinen Saal der Stadthalle. Der I. Senat des Stadtrats hat der Versammlung der Partei in einer nicht öffentlichen Sitzung zugestimmt, da aus juristischer Sicht aller Voraussicht nach nichts dagegen unternommen werden kann.

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