Kaufbeuren / Beckstetten
Notfalls keine Tiere mehr aufnehmen

Die permanent angespannte Finanzlage sowie «eine erschreckend hohe Zahl von aufgenommenen Hunden und Katzen» erschweren dem Tierheim Beckstetten in zunehmender Weise die Arbeit. Dies machte Stephan Bachschmid, Vorsitzender des Tierschutzvereins Kaufbeuren und Umgebung, bei der Jahresversammlung im Hotel «Am Kamin» deutlich. Harsche Kritik übte er an «der einen oder anderen Gemeinde», die sich weigern, Kosten für die Unterbringung und tierärztliche Versorgung der Fundtiere - hauptsächlich Katzen - aus ihrem Gemeindegebiet zu übernehmen.

Als besonders «krassen Fall» bezeichnete er die Unterallgäuer Gemeinde Amberg. Wegen der uneinsichtigen Haltung ihres Gemeinderats ist Bachschmid bereit, ein Gerichtsverfahren anzustrengen, das die Kommune zwingen soll, ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen. Da dies für ihn keinen Einzelfall darstellt, sieht er den Gesetzgeber gefordert. «Ein gemeinnütziger Tierschutzverein mit noch so motivierten Mitarbeitern kann ohne größere staatliche Zuwendungen diese Problematik nicht nachhaltig lösen», so Bachschmid. Er könne sich vorstellen, dass bei Erreichen «unserer Kapazitätsgrenze - räumlich und personell» - Fundtiere nicht mehr aufgenommen werden könnten.

Als Hintergrund dieser Entwicklung sieht Bachschmid beispielsweise das wenig verantwortungsbewusste Denken und Handeln vieler Katzenhalter, besonders aus dem Bereich Landwirtschaft. «Seit Jahren bieten wir unsere Kastrations-Aktion an - leider mit eher mäßigem Erfolg», so der Vorsitzende des Vereins, der auch Träger des Tierheims Beckstetten ist.

Die Statistik 2007/2008 war Bachschmid zufolge «zum Teil erschreckend». «Über all die Jahre verzeichneten wir um die 100 aufgenommene Hunde pro Jahr. Im vergangenen Jahr erlebten wir einen sprunghaften Anstieg auf 144.» Weiter berichtete er in seinem Jahresrückblick von der Umstellung auf ein neues Hunde- und Katzentrockenfutter und dessen Weiterverkauf. Auf diese Weise könne «eine ganz schöne Summe bei den eigenen Futterkosten eingespart werden».

Der sogenannte Agility-Platz sei nach der Anlage des Rasens und dem Bau eines Zauns nunmehr fertiggestellt und könne für das Training der Hunde benutzt werden. Die beiden Tage der offenen Tür seien wieder von großem Erfolg gekrönt gewesen, meinte Bachschmid. Die Katzen-Krankenstation sei nach neunjährigem intensivem Gebrauch in die Jahre gekommen und habe der Erneuerung bedurft. Anfang 2009 habe das Tierheim neun neue Boxen erhalten, die zu zwei Dritteln vom Tierschutzverein Bad Wörishofen bezahlt worden seien.

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