Produktion
Noch mehr Sonne und Wind für die Steckdose

Stark sind sie bereits - die Elemente Wasser, Sonne und Wind. Im Allgäuer Stromangebot haben sie die Kernkraft schon überholt. Weil aber der Atomausstieg in rund zehn Jahren ansteht, setzen die regionalen Stromanbieter in Zukunft noch stärker auf erneuerbare Energien.

Bis 2020 will das Allgäuer Überlandwerk (AÜW) 40 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen gewinnen. << Für 2040 sind dann 80 Prozent das Ziel >>, sagt AÜW-Geschäftsführer Michael Lucke. Derzeit produziert das AÜW neun Prozent des Stroms selbst, vor allem aus Wasserkraft. Netzeinspeiser (Photovoltaik und Windkraft) liefern weitere neun Prozent. Das AÜW kauft außerdem Ökostrom zu (zehn Prozent). Im Strom-Mix kommen 17,1 Prozent des AÜW-Stroms vom Kernkraftwerk Gundremmingen, 55 Prozent von Kohle- und Gaskraftwerken. AÜW-Strom beziehen inklusive der Kooperation << Allgäu Strom >> 130000 Kunden im Allgäu und im Kleinwalsertal.

Ähnlich präsentiert sich der Energiemix bei den Lechwerken (LEW), die im Allgäu 58000 Netzkunden betreuen. Laut Pressesprecher Richard Agerer liefern Kohle und Gas 52 Prozent des Stroms, 16 Prozent sind Atomenergie und zehn Prozent produzieren die LEW in eigenen Wasserkraftwerken. 22 Prozent Ökostrom kaufen sie zu.

Die Vereinigten Wertach-Elektrizitätswerke (VWEW) Kaufbeuren kaufen von der gesamten Strommenge 20 Prozent Ökostrom ein. Zehn Prozent des Stroms fließen aus eigenen Wasserkraftwerken. Im Energiemix stecken 55 Prozent Kohle und Gas und 15 Prozent Kernkraft. Ausbauen möchten die VWEW, die 45000 Kunden beliefern, die regenerativen Energien mit Photovoltaik, Wind und Kleinkraftwerken für den Hauskeller, sagt Geschäftsführer Frank Backowies.

Keine Kernkraft in Österreich

Die Elektrizitätswerke Reutte in Tirol, die im Altlandkreis Füssen 22500 Kunden beliefern, bieten 64 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien. 23 Prozent entfallen auf Kohle und Gas und 13 Prozent auf Kernkraft. 30 Prozent der Strommenge erzeugen die Elektrizitätswerke Reutte in eigenen Wasserkraftwerken. Der Anteil Atomenergie werde in Deutschland zugekauft, sagt Vertriebsleiter Wolfgang Weirather, da in Österreich gar keine Kernkraftwerke stehen. Durch den Ausbau erneuerbarer Energien soll die Kernenergie schrittweise reduziert werden, erklärt Weirather.

Verteilung soll so bleiben

Gar keine Kernkraft liefern die Vorarlberger Kraftwerke (VKW) ihren 20000 Kunden im Westallgäu. Wasserkraft (84 Prozent) sowie österreichische Kohle- und Gaskraftwerke (16 Prozent) sorgen für den Strom, wobei zwei Drittel der Gesamtmenge aus VKW-Wasserkraftwerken kämen, sagt VKW-Vertriebsleiter Quido Salzmann - und die Verteilung solle so bleiben.

Die Elektrizitätsgenossenschaft Schlachters (Lindau) bezieht für ihre 3600 Kunden 18 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien, den überwiegend Betreiber von Photovoltaikanlagen und Biomassekraftwerken liefern. Die restlichen 82 Prozent kauft Schlachters nach Angaben des kaufmännischen Leiters, Dieter Matheis, von den VKW zu: Davon macht die Wasserkraft 84 Prozent aus, 16 Prozent kommen aus Kohle- und Gaskraftwerken.

Das AÜW will die 80 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien bis 2040 laut Lucke vor allem durch Photovoltaikparks und Windanlagen schaffen. Gegen den Bau neuer Wasserkraftwerke spreche eine EU-Richtlinie. Die 80 Prozent sollen im Allgäu produziert, nicht zugekauft werden. Doch Lucke rechnet mit Gegenwind: << Der Landschaftsschutz spielt hier natürlich eine Rolle. >> Zudem brauche man Kohle- und Gaskraftwerke, die Strom produzieren, wenn im Allgäu Flaute ist und die Sonne nicht scheint.

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