Noch immer Lieferengpässe

Von Eva Büchele | Großkitzighofen Spritzer sind im Wasser zu sehen - und immer wieder taucht eine Flosse auf. Das Getümmel wird hektischer: Mit großen Gittern treiben Mitarbeiter der Fischzucht in Großkitzighofen Forellen zusammen - denn in der Fastenzeit ist Fisch besonders gefragt. Allerdings werden die Betreiberfamilien Ruf und Moser dieses Jahr weniger Tiere verkaufen als üblich. Denn der Streich einiger Jugendlicher im vergangenen Sommer (wir berichteten) hatte erschreckenden Folgen, die auch heute noch spürbar sind.

22 Tonnen tote Fische entsorgten die Betreiber im Juli - das war laut Manfred Moser beinahe der halbe Bestand. Sieben Jugendliche im Alter zwischen 14 und 16 Jahren hatten zuvor die Wasserräder, die normalerweise die Gitter des Wasserzulaufs reinigen, mit einem Rechen blockiert. So verstopfte Schmutz die Gitter und es konnte kein frisches Wasser mehr aus der Singold in die Fischteiche gelangen. Die Forellen und Saiblinge, die einen hohen Sauerstoffgehalt im Wasser benötigen (etwa 70 Prozent Sättigung), erstickten. Die direkte Schadenssumme beträgt laut Moser 140 000 Euro. Da jedoch Fische verschiedenen Alters verendet waren, werden die Auswirkungen noch 'bestimmt bis Ostern' spürbar und damit der Verlust für die Züchter weitaus größer sein, vermutet der Fischwirtschaftsmeister. 'Gerade in der Weihnachtszeit, aber auch jetzt beim Aschermittwoch, kämpfen wir mit Lieferengpässen.' Eine Strafe haben die sieben Jugendlichen dennoch nicht zu erwarten: 'Die Staatsanwaltschaft hat die Anklage fallengelassen, weil die Jugendlichen nicht vorsätzlich gehandelt haben', berichtet Moser.

Die Fischzucht in Großkitzighofen ist ein reiner Mastbetrieb. Die Fische kommen dort im Alter von sechs Monaten bis zu einem Jahr an. Im Alter von eineinhalb bis zweieinhalb Jahren werden sie dann wieder verkauft. 'Von diesem Betrieb aus verkaufen wir nur an Händler. Das heißt, die Fische werden hier ausschließlich lebend verkauft', erklärt Moser. Dazu werden die Fische mit Gittern zusammengetrieben und dann - bei kleineren Mengen mit dem Käscher, bei größeren mit einer Vakuumpumpe - gefangen, sortiert und in große Fässer verladen.

Kürzlich beauftragten die Betreiber einen Gutachter, auch die Folgeschäden des Vorfalls vom Sommer einzuschätzen. Dann hofft Moser, dass die Versicherung den Schaden zurückerstattet.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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