Kempten
Niedriglöhnen auf der Spur

Dumpinglöhnen auf der Spur - vor der Bundestagswahl wollen die Gewerkschaften Verdi und Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) eine Bestandsaufnahme der Einkommenssituation in Kempten machen. Im Blick haben die Gewerkschaften dabei gezielt die Niedriglöhne.

Allein in Kempten sind nach Angaben von Verdi und NGG mehr als 540 Erwerbstätige trotz ihrer Arbeit auf staatliche Zuschüsse angewiesen. «Die so genannten Aufstocker können von dem, was sie mit ihrer Arbeit verdienen, nicht leben. Schuld daran sind häufig Niedriglöhne von 5,50 Euro oder weniger», erklärt Werner Roell. Für den Geschäftsführer des Verdi-Bezirks Kempten ist es «ein unhaltbarer Zustand, wenn Menschen trotz Vollzeitarbeit auf Geld aus dem Hartz-IV-Topf angewiesen sind».

«Niedriglohn-Barometer»

Bei ihrer Bestandsaufnahmme wollen die Gewerkschaften auch vor allem wissen, «wie gut oder wie schlecht Chefs aus Kempten bezahlen», so Peter Schmidt von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Der Geschäftsführer der NGG-Region Allgäu kündigte ein bundesweites «Niedriglohn-Barometer» an.

Für dessen Ausschlag nach unten seien auch in Kempten gezahlte Dumpinglöhne entscheidend. «Gerade Frauen verdienen oft extrem wenig», so Schmidt. Friseurinnen, Kellnerinnen oder Verkäuferinnen in Bäckereien arbeiteten häufig im unteren Lohnspektrum.

Die Gewerkschaften Verdi und NGG treten für einen gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 Euro pro Stunde ein. Sie appellieren an Beschäftigte in der Allgäu-Metropole, Dumpinglöhne zu melden

Dumpinglöhne können gemeldet werden unter www.dumpinglohn.de. Betroffene können sich aber auch direkt an den Verdi-Bezirk in Kempten (Telefonnummer 08 31/521 88-0) oder an die NGG-Region Allgäu (Telefonnummer 0831/14 030) wenden.

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