Marktoberdorf / Ostallgäu
Nie ohne Hilfe ins Internet

Die Versuchung ist groß. Grell, bunt, laut kommen manche Seiten im Internet daher und verfehlen ihre Wirkung auf Kinder nicht - mit zum Teil fatalen Folgen. Dessen sind sich auch die Lehrer in Marktoberdorfer Grundschulen bewusst. Denn laut aktuellen Studien surfen drei von vier Grundschülern regelmäßig im Internet. Für 71 Prozent gehört das weltweite Netz zum Alltag. Nach einem Bericht des britischen «Institute for Public Research» haben vier von fünf Kindern zwischen fünf und 15 Jahren zu Hause Zugang zum Internet.

Zu wenig Computer

Eigentlich soll die Vorbereitung auf den verantwortungsbewussten Umgang mit dem Internet bereits vor der Schulzeit beginnen. Natürlich sei es wichtig, auch Kindergartenkindern frühzeitig den Gebrauch des Internets zu lehren, sagt Wolfgang Wieder, bei der Stadt Marktoberdorf für die Kindergärten zuständig. «Das ist auch im Bildungs- und Erziehungsplan so vorgesehen.» Nur: «Es fehlt uns dafür an der nötigen Infrastruktur. Es gibt schlichtweg zu wenige Computer.»

Das Vertrautsein mit neuen Medien und dem Internet sei richtig, aber das Netz berge große Gefahren. «Um die Idee vom Internet im Kindergarten zu realisieren, müsste man sich schon ein sehr gutes Konzept ausdenken», sagt Wieder. Da dieses momentan fehlt und Wieder vermutet, die Eltern lehnten dies ohnehin ab, werde die Idee in den Marktoberdorfer Kindergärten zumindest «nicht forciert».

In den Schulen sieht dies anders aus. Die Grundschule St. Martin beispielsweise verfügt über einen Computerraum, in dem die Mädchen und Buben arbeiten. Allerdings surfen sie dann weniger im Internet, sondern beschäftigen sich mit Programmen zur Leseförderung oder Lesespielen, berichtet die stellvertretende Rektorin Edeltraud Süß. In der Grundschule Thalhofen wiederum gehen die Kinder des Öfteren ins Internet, sei es im Computerraum oder an einem der zwei bis vier PCs in den Klassenzimmern, sagt Schulleiter Herbert Eigler.

Egal, wie die Schulen nun mit Computern ausgestattet sind, gemein ist ihnen eines: Ohne Lehrkraft ist das Internet tabu.

Dabei stehe sie nicht ständig hinter den Kindern, sondern es reiche aus, aus der Entfernung zu sehen, ob sie für ein Referat tatsächlich die Seite eines Nachschlagewerkes anfordern. Meist werden den Kindern ausgesuchte Seiten vorgegeben, die sie ansteuern können, erklären Süß und Eigler. Sicherheitshalber seien die PCs alle mit einem Kinderschutzprogramm ausgestattet.

Auch Eltern in der Verantwortung

Was außerhalb der Schulen passiere, unterliege nicht mehr dem Einfluss der Schulen, sondern dem der Eltern. Auch für sie gebe es regelmäßig Informationsabende zu diesem Thema. Nach Eiglers Erfahrung haben «ausgesprochen wenige Kinder» einen eigenen Rechner. Fast alle nutzten den Computer der Eltern. Und die seien selbst darauf bedacht, dass ihr Kind keinen Virus herunterlädt oder mit wenigen Klicks teure Verträge abschließt.

Allerdings brauchten Kinder auch Freiheit im Umgang mit dem Internet, betont Eigler, um ihre Erfahrungen sammeln zu können. Lehrer und Eltern sollten jedoch stets als Helfer bereitstehen.

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