Lindau / Westallgäu
Neun von zehn Straftaten geklärt

Wer im Landkreis Lindau auf kriminellen Pfaden wandelt, läuft hohes Risiko erwischt zu werden. 455 Straftaten hat die Kriminalpolizei Lindau im vergangenen Jahr bearbeitet. Über 90 Prozent haben die Beamten geklärt. «Ein derart gutes Ergebnis ist der Lindauer Kripo trotz erfolgreicher Arbeit in der Vergangenheit bislang nicht geglückt», sagt Kripochef Reinhard von der Grün.

Die Zahl der Straftaten geht bayernweit zurück. Der Landkreis Lindau macht da keine Ausnahme. Mit Blick auf die Arbeit der verschiedenen Polizeidienststellen im Landkreis spricht Reinhard von der Grün von einem «hohen Maß an Sicherheit, das für die Bevölkerung gewährleistet wird». Auch wenn der Kripochef die hohe Aufklärungsquote nicht überbewerten will («nächstes Jahr sieht es wieder anders aus»), spricht er von einem «gefestigten Sicherheitsgefühl» in der Bevölkerung.

Zu der hohen Aufklärung trägt vor allem die erfolgreiche Ermittlungsarbeit bei Diebstählen bei. Während die Beamten in dem Bereich normalerweise vier von zehn Taten klären können, waren es im vergangenen Jahr 84 Prozent. Von der Grün führt das Ergebnis auf den «nachhaltigen Einsatz hiesiger Spezialisten» zurück. Ihnen gelang es, gleich zwei größere Einbruchsserien zu klären.

Eine hatte bereits 2005 begonnen. Seitdem schlug der Täter immer wieder zu. Der zuständige Kriminalhauptkommissar Christian Wucher spricht von «langwierigen Ermittlungen», die zum Erfolg führten, einschließlich DNA-Spuren, Fußspuren, Daktyloskopie (Fingerabdrücke).

Ganz anders gelagert der zweite Fall: Dabei handelte es sich quasi um einen Einbrecher auf Urlaub. Der Gast aus dem hohen Norden hatte eine Ferienwohnung in Lindau gebucht und samt Gästekarte auch ganz normal bezahlt. Nacht für Nacht ging er meist in Reutin auf Diebestour. Zum Verhängnis wurde ihm eine Verletzung, die er sich bei einem der Einbrüche zuzog. Die Spuren haben ihn nachträglich überführt.

Im Bereich Diebstahl ist das keine Ausnahme: «Oft braucht es Zeit, die Spuren auszuwerten und dann zusammenzuführen», sagt Christian Wucher. Schließlich handelt es sich häufig auch um Täter, die andernorts auffallen. Von reisenden Einbrecher- und Diebesbanden, meist osteuropäischer Herkunft, die in Vorarlberg und der Ostschweiz ihr Unwesen treiben, ist der Landkreis in den vergangenen beiden Jahren aber weitgehend verschont geblieben.

Drastisch zurückgegangen ist die Arbeit der Kripo in Sachen Verstoß gegen das Urhebergesetz. Das Gros der «Täter» waren in der Vergangenheit Jugendliche, die sich im Internet unerlaubt Musiktitel herunterluden. Lange ging die Musikindustrie rigoros dagegen vor, hat das Verhalten aber nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zumindest vorläufig geändert.

Zu tun hatte es die Kripo im Vorjahr dafür mit einem Paar, das übers Internet in größerem Stil gefälschtes Parfüm verkauft hat.

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