Special Prozesse im Allgäu SPECIAL

Landgericht Kempten
Neun Angeklagte und 16 Verteidiger - "Mammut-Prozess" gegen Schleuser-Bande beginnt

Im improvisierten Gerichtssaal des Landgerichts Kempten herrschte am Dienstagvormittag großes Treiben.
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  • Im improvisierten Gerichtssaal des Landgerichts Kempten herrschte am Dienstagvormittag großes Treiben.
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Am Landgericht Kempten begann heute der Prozess gegen eine europaweit agierende Schleuserbande. Ihr wird vorgeworfen hunderte Menschen unter anderem nach Deutschland eingeschleust und dabei wissentlich Menschenleben gefährdet zu haben. 

Großaufgebot am Kemptner Landgericht 

Im improvisierten Gerichtssaal des Landgerichts Kempten herrschte am Dienstagvormittag deshalb großes Treiben. Acht Männer und eine Frau nahmen mit ihren insgesamt 16 Anwälten auf den Anklagebänken platz. Rund 20 Polizeibeamte waren ebenfalls im Gerichtssaal. Weil die Angeklagten überwiegend aus Syrien stammen und kaum oder gar kein Deutsch können, wurden drei Dolmetscher hinzugezogen, die in einer separaten Kabine für die Angeklagten übersetzten. 

Der Saal Nummer 400 am Kemptener Landgericht wurde extra zu einem Gerichtssaal umfunktioniert um genügend Platz für Angeklagte und Verteidiger zu haben.
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Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafen 

Auch die Liste der Anklagepunkte ist lang. Allein die Verlesung der 42-seitige Anklageschrift dauerte knapp eine Stunde. Den Angeklagten wird gewerbs- und bandenmäßiges Einschleusen von Ausländern vorgeworfen. Vor der Verhandlung forderte die Staatsanwaltschaft, gemessen an der Tatbeteiligung, zwischen 2 und 10 Jahre Haft.

Unterschiedliche Ansichten beim Strafmaß 

Die Staatsanwaltschaft stellte den Angeklagten bei einem "ausführlichen und vollständigen Geständnis" Strafmilderung in Aussicht. Dem Kopf der Bande wurde beispielsweise ein Strafmaß zwischen 8 und 8 1/2 Jahren Gefängnis angeboten. Je nach Hierarchie innerhalb der Schleuserbande wurden Abstufungen bei der angebotenen Haftstrafe gemacht bis hin zu zwei Jahren Gefängnis. Die Anwälte wiederum bestanden, unter anderem aufgrund der wesentlichen Prozesserleichterung durch ein Geständnis, fast ausschließlich auf bewährungsfähige Strafen. 

Geständnisse könnten Prozess deutlich verkürzen 

Man kann davon ausgehen, dass sich Staatsanwaltschaft und Verteidigung nach und nach annähern und sich je nach Einzelfall möglicherweise auf ein Strafmaß einigen könnten. So könnte ein Prozess mit unzähligen, teilweise internationalen Zeugen, deutlich vereinfacht werden. Das offizielle Prozessende ist ist erst für Anfang Dezember vorgesehen.

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