Niederstaufen
Neues Team, gleicher Erfolg?

Braun gebrannt, lässig im Kapuzenpulli gekleidet und einen Anflug von Vollbart im Gesicht. Manfred Reis sieht aus, als wäre er gerade erst mit dem Rucksack quer durch Australien gereist. Ist er aber nicht. Der Mountainbiker war acht Tage lang beim Langlaufen in Dresden. Das winterliche Trainingslager mit der U23-Nationalmannschaft konnte der Niederstaufener mit einer gewissen Gelassenheit absolvieren. Denn seine sportliche Zukunft ist gesichert: Er hat einen Dreijahresvertrag beim Profiteam Felt Ötztal X-Bionic (Offenburg) unterschrieben. Somit kann der 19-Jährige weiterhin im Weltcup starten und nebenbei seinen ganz persönlichen Traum, die Teilnahme an Olympischen Spielen, in Ruhe vorbereiten.

«Mitte November bin ich noch auf heißen Kohlen gesessen», blickt Reis zurück. Denn während sein Vertrag beim US-Profiteam Marin Bikes am Auslaufen war und die Konkurrenz bereits seit Wochen in Vertragsverhandlungen steckte, war zu diesem Zeitpunkt die Zukunft des deutschen U23-Meisters noch offen. Nun ist er froh, eine neue und attraktive sportliche Heimat gefunden zu haben. In dem siebenköpfigen Team stehen auch Fahrer aus Slowenien, Frankreich und Österreich. Und es ist kein Zufall, dass der Vertrag bis Ende 2012 läuft. Denn in jenem Jahr finden die Olympischen Spiele in London statt. Und sein neues Team hat ganz klar dieses Großereignis im Sinn. Viel ist danach ausgerichtet. Wobei Reis sich zurückhaltend gibt: «Es wäre ein Riesenerfolg, wenn ich 2010 dabei sein könnte, aber es ist kein Muss.

Vielleicht ist es ein Tick zu früh. Sonst schaff ich es eben 2016», sagt er. Er wäre dann 25 Jahre alt.

Ansonsten bleibt für den sympathischen Athleten alles beim Alten. Er wohnt und trainiert weiterhin daheim in Niederstaufen. Seine Trainingspläne erhält er zugeschickt. Bundestrainer Frank Brückner verordnet im Winter etwa 20 Stunden pro Woche - inklusive Krafttraining. Im Sommer, wenn die Wettkämpfe sind, ist das Pensum nicht ganz so hoch.

Obwohl er einen Profivertrag hat, kann Reis von seinem Sport noch nicht leben. «Das wäre momentan noch schwierig», gibt er zu. Da der 19-Jährige allerdings noch bei seinen Eltern wohnt und weiterhin auf 100-Stunden-Basis in seinem Beruf als Bäcker tätig ist, kommt er finanziell gut über die Runden. «Und 2012 erreiche ich dann eine neue Gehaltsstufe», verrät er.

Für dieses Jahr hat er sich einige Ziele gesetzt: Er will seinen deutschen Meistertitel verteidigen und zur WM nach Kanada. Außerdem hat er im Weltcup die Top 60 im Visier. Die Konkurrenz ist allerdings hart, denn U23 und Elite starten international gemeinsam - bis zu 230 Fahrer pro Rennen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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