Sonthofen
Neues Spital wird in einem Jahr fertig

Früher oder später ist es für viele Senioren im Raum Sonthofen ein wichtiges Projekt: der Umbau und die Neukonzeptionierung des altehrwürdigen «Spitals», ein Alten- und Pflegeheim mit 103 Plätzen im Herzen der Stadt. Vor gut drei Jahren fiel der Startschuss für das elf Millionen Euro teure Projekt - in einem Jahr ist es fertig.

Im Oberallgäu einmalig dürfte laut Geschäftsführer Ulrich Gräf die Form der vorgesehenen Wohngruppen sein. Denn ab Ende März 2010 (dann ist Bauabschnitt drei bezugsfertig) leben jeweils nur 14 bis 16 Senioren in einer der sieben Wohngruppen. Es gebe zwar auch andernorts ähnliche Ansätze, so Gräf, aber nicht in so kleinen Gruppen. Das Konzept: Die Menschen finden die Privatsphäre, die sie wollen, werden aber motiviert, viel Zeit gemeinsam im großen Wohnbereich zu erleben. So können Senioren in ihrer Gruppe bei der Essenszubereitung helfen, sie müssen es aber nicht. Doch für viele sind solche Aufgaben eine gute Beschäftigung, die zudem den Tagesablauf strukturiert.

Laut Gräf standen die Bewohner dem Konzept von Anfang an aufgeschlossen gegenüber. Die Resonanz sei auch nach Einführung der ersten Wohngruppen in den sanierten und neuen Gebäudeteilen vor einem Jahr bei nahezu allen Senioren gut. Und das Personal habe die Umstellungen mit neuer Organisation und einem Betrieb bei Bauarbeiten bisher prima gemeistert, ist Gräf stolz. Wegen des Umbaus bietet das Sonthofer Spital derzeit von 103 Plätzen nur 81 an. Einer davon ist frei, weil die Wohnung renoviert wird.

Voraussichtlich Ende März hat das Haus der Distriktspitalstiftung wieder alle 103 Plätze im Betrieb. Zu dem Zeitpunkt beginnen die Arbeiten an «Haus 3» (neben dem Modehaus Gobert), das künftig 19 Plätze für betreutes Wohnen anbietet. Parallel geht es dann an die Außenanlagen und die Gestaltung des Spitalplatzes.

Die Ecke Hirsch-/Grüntenstraße soll ja ein Platz der Begegnung werden, auf dem Autos nichts mehr verloren haben.

Im Sommer 2010 feiern Bürger und Bewohner des Spitals wohl bei einem großen Fest das Ende der Bauarbeiten. Dass diese derzeit sechs bis sieben Monate hinter dem Zeitplan liegen, hängt laut Gräf unter anderem am strengen Winter sowie an bautechnischen Punkten. Der Schwierigste brachte 250000 Euro Mehrkosten:

Weil der Untergrund unter dem abgerissenen Haus 1 (derzeit im Rohbau) zu weich war, mussten dort zahlreiche Bohrpfähle als Gründung gesetzt werden.

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