Memmingen
Neues Konzept für die Altstadt

Das neue Entwicklungskonzept für die Memminger Altstadt soll im Herbst fertig sein. Das hat Architekt Mathias Rothdach vom Stadtplanungsamt bei der jüngsten Sitzung des Stadtrates bekannt gegeben. Ziel der Stadt ist, die Attraktivität der Altstadt in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zu steigern. Sie arbeitet hierbei eng mit dem Büro des Stuttgarter Stadtplaners Professor Gerd Baldauf und mit Stadtentwicklungs-Fachmann Dr. Arnd Jenne aus Essen zusammen (siehe auch Infokasten).

Architekt Rothdach erläuterte nun die Hintergründe, warum ein neues Konzept erarbeitet werde, welches das bisherige aus dem Jahr 1976 ablösen soll: Bei der Zuweisung von staatlichen Städtebau-Fördermitteln gebe es nämlich eine Neuorganisation. Diese würden künftig nicht mehr für Einzelmaßnahmen ausgeschüttet, so Rothdach, sondern nur noch für übergeordnete Entwicklungskonzepte. Die Sanierung des Elsbethen-Areals sei das letzte Einzelprojekt, für das die Stadt Fördermittel in der bisherigen Form bekommen habe.

Über das neue Entwicklungskonzept soll der Stadtrat im frühen Herbst bei einer Klausurtagung beraten und es anschließend in öffentlicher Sitzung verabschieden. Dazwischen werde auch die Öffentlichkeit umfassend informiert.

Ab 2010 werde sich die Stadt im Rahmen des Konzepts weitere konkrete Gedanken über die Entwicklung von sanierungsbedürftigen Altstadt-Quartieren machen. Ab 2011 sei eine rund achtjährige Projektphase vorgesehen. Diese sehe die praktische Umsetzung von Entwicklungs-Ideen vor. Für das Jahr 2013 sei eine Evaluation eingeplant. Bei dieser Zwischenbilanz werde überprüft, wie weit die Stadt bei der Umsetzung ihrer Ziele schon sei. Die Staatsregierung verlange diesen Nachweis, erklärte Rothdach.

Stadtplaner Baldauf sagte, die «Leerstands-Situation» in der Altstadt habe sich bereits verbessert. Insgesamt sei jedoch eine «wachsende Dominanz des Bekleidungssektors» festzustellen. Dennoch gebe es einen «stabilen Branchenmix», so Baldauf. Er betonte, dass eine starke Ausweitung der Verkaufsflächen nicht sinnvoll sei.

FDP-Stadtrat Albert Schweiger fragte: «Stimmt es, dass die Stadt ein Einkaufszentrum im Bahnhofsbereich plant?» OB Holzinger antwortete: «Das ist Gegenstand von Diskussionen, die zu führen sind.» Nach der Sitzung sagte Schweiger gegenüber der MZ, es seien «nun endlich» Punkte aufgegriffen worden, die seine Partei seit Jahren gefordert habe.

Er nannte als Beispiele die von den Planern kritisch gesehene Unterführung zwischen Kalch- und Augsburger Straße sowie den Umgang mit Städtebau-Fördermitteln.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse

www.lebenfindetinnenstadt.de

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