Nesselwang
Neues Kapitel beim Thema «Südumfahrung»

Am Dienstag verhandelt der Verwaltungsgerichtshof München über ein Normenkontrollverfahren gegen die geplante Südumfahrung Nesselwang. Mit einem baldigen Baubeginn ist aber nicht zu rechnen, egal wie das Urteil ausfällt.

Vor fünf Jahren war nach mehrjährigen Vorarbeiten und einem knappen Bürgerentscheid der Bebauungsplan für die Südumfahrung rechtskräftig geworden. Dagegen zogen mehrere Nesselwanger mit einer Normenkontrollklage vor Gericht. Nesselwang zerstöre mit dieser Straße sein wertvollstes Naherholungsgebiet und trenne mit einem kaum zu überwindenden Graben seinen Hausberg, die Alpspitze, vom Ort ab, argumentierten sie.

Ohnehin werde die Straße durch die Eröffnung der A7 überflüssig. Die Richter müssen nun entscheiden, ob im Verfahren, das zum Bebauungsplan geführt hat, Fehler begangen wurden.

Man habe mit mehreren Verkehrsgutachten nachgewiesen, dass die Umfahrung auch nach Fertigstellung der Autobahn nötig sei, betont Bürgermeister Franz Erhart. Da der Bund sich nach dem Autobahnbau nicht weiter in der Pflicht sieht, war die Umfahrung als Fortsetzung der Kreisstraße OAL 1 geplant worden. Hohe Fördermittel von deutlich über 70 Prozent waren dafür damals in Sicht.

«Ich denke, dass unsere Planer gut geschafft haben», geht Bürgermeister Erhart zuversichtlich in die Gerichtsverhandlung. Sollte man dennoch verlieren, wäre ein Grundsatzbeschluss nötig, wie es weitergehen sollte. «Dann sind wir wieder bei Null.» Selbst wenn der Bund die Umfahrung in den Bundesverkehrswegeplan aufnähme, wäre ein mindestens zehnjähriges Verfahren die Folge. Aber auch wenn die Klage abgewiesen wird, können nicht gleich die Bagger rollen.

Zum einen muss dann die Finanzierung noch einmal neu verhandelt werden - die Fördersätze sind in den vergangenen fünf Jahren drastisch gesunken. Zum anderen fehlt dem Markt noch eine Reihe von Grundstücken.

Gegner fordern Tunnel

Die werde man auch nach einem Urteil zugunsten der Umfahrung nicht so ohne weiteres verkaufen, sagt Hans-Georg Allgaier, Grundstücksbesitzer und einer der Sprecher der Bürgerinitiative gegen die Südumfahrung. Auf jeden Fall wäre dann eine erneute prinzipielle Entscheidung im Marktgemeinderat fähig. Dabei brächten die Gegner wieder ihre Forderung nach einem 450 Meter langen Tunnel im Bereich des Skigebiets an der Alpspitze in die Diskussion ein. Zudem müsse man mindestens ein Jahr lang abwarten, wie sich die Eröffnung der Autobahn tatsächlich auf den Verkehr durch Nesselwang auswirke.

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