Kaufbeuren / Ostallgäu
Neues Funkzeitalter beginnt

Das analoge Funkzeitalter bei Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten wird in den kommenden Jahren ein Ende haben. Die Vorbereitungen zur Modernisierung des Funkverkehrs sind bereits angelaufen. Bisher gab es mit dem analogen System laut Kreisbrandrat Martin Schafnitzel im Ostallgäu keine größeren Probleme - mit Ausnahme einiger Funklöcher. Durch die Digitalisierung sollen noch bestehende Lücken geschlossen und die einzelnen Funkkreise entlastet werden. Hierbei handelt es sich um ein europaweites Projekt, so der Leiter der bayerischen Projektgruppe «DigiNet», Hans-Jürgen Bassalig. Im Lauf der kommenden Jahre wird nun der gesamte Sprech- und Datenfunk aller deutschen Organisationen und Behörden mit Sicherheitsaufgaben durch eine digitalisierte Version ersetzt.

«Ein konkreter Termin zur Umrüstung für die Kaufbeurer Feuerwehr steht noch nicht fest. Momentan läuft in München das Ausschreibungsverfahren für die digitalen Funkgeräte», sagt der Kaufbeurer Stadtbrandrat Thomas Vogt. «Grundvoraussetzung ist die Installation der sogenannten Basisstationen, die die Versorgung und Aufrechterhaltung des Netzes erst gewährleisten.» Zunächst soll die Umstellung allerdings bei der Polizei erfolgen, bevor dann Feuerwehr und andere Hilfs- sowie Rettungskräfte nachziehen. «Bisher haben alle Einsatzkräfte einen eigenen Funkkreis, der bei Großeinsätzen gerade bei der Feuerwehr schnell überlastet ist», so Feuerwehrchef Vogt. «Das digitale Funknetz soll hier mehr Flexibilität und die Zuschaltung zusätzlicher Ressourcen ermöglichen.

» Strahlung ist für den Stadtbrandrat im modernen Mobilfunkzeitalter kein außergewöhnliches Thema. Außerdem soll sich eine mögliche Belastung durch weniger Vorrichtungen von selbst reduzieren. Von ehemals 3500 analogen verringert sich die Zahl auf 900 digitale Geräte bayernweit.

Sorgen bereiten jedoch die Kosten, die die Komunen für die Endgeräte stemmen müssen. Der Preis wird voraussichtlich bei circa 500 Euro pro Stück liegen. Nicht mit eingerechnet sind die Meldeempfänger, die so genannten «Piepser» oder «Pager», die ebenfalls nach und nach ausgetauscht werden.

Auf einer Tour durch den Freistaat hat der bayerische Staatssekretär im Innenministerium, Dr. Bernd Weiß, bereits die Neuerungen angepriesen und kräftig die Werbetrommel gerührt - jüngst auch im Ostallgäu. «Ich bin der Überzeugung, dass der Freistaat die Betriebskosten für die Sendeanlagen komplett übernimmt», so Weiß. Dies bedürfe allerdings noch Verhandlungen mit dem Finanzminister. Nur: «Dann gibt es keine Extraförderung für die Endgeräte. Das müssen Gemeinden und Rettungsdienste leisten.» Über 770 Millionen Euro investiert der Freistaat Bayern insgesamt in die Einrichtung des Systems.

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