Umbenennung
Neuer Name fürs Haus der Senioren?

Die einen fühlen sich «zu jung» fürs Haus der Senioren, sehen den Begriff «Senioren» negativ besetzt. Die anderen verwechseln es gar mit einer Pflegeeinrichtung und wieder andere glauben, dass der Name «Haus der Senioren» eine gut eingeführte Marke ist. Soll man den Namen also nun ändern oder nicht? Wieder einmal diskutierten darüber die Mitglieder des Seniorenbeirats der Stadt. Zu einer Einigung kamen sie schließlich nicht.

Karlheinz Frick, seit anderthalb Jahren Leiter des Bildungs- und Freizeitzentrums, möchte den Namen lieber früher als später geändert haben - und zwar in «Altstadthaus». Seine Argumente: «Viele trauen sich einfach nicht ins Haus oder meinen, da darf man erst rein, wenn man in Rente ist.» Eine Umfrage von Franziska Paulus von der Fachhochschule habe das bestätigt. Frick: «Das Haus braucht einen attraktiven Namen, damit es mehr noch als bisher angenommen wird, sich noch mehr nach außen öffnen kann.» Und das sei dringend nötig: Immer wieder nämlich würden sich bei ihm Altenpflegerinnen bewerben und es flattere Werbung für Produkte gegen Inkontinenz ins Haus. Dabei seien doch seit anderthalb Jahren jeden Mittag 40 Kinder im Haus.

Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer meinte: «Altstadthaus - das ist der beste Namensvorschlag unter allen, die wir in den vergangenen Jahren hatten.» Andererseits sei der Name «Haus der Senioren» ein Begriff. Lothar Köster bestätigte diese «zwei Seiten einer Medaille».

Sybille Augustin befand, ein neuer Name bedeute viel Aufklärungsarbeit - auch wenn der Untertitel «Bildungs- und Freizeitzentrum» bleibe. Zu allgemein war Margarete Gradmann der Begriff «Altstadthaus», der noch dazu zu sehr auf die Altstadt fixiert sei. Christine Rothauscher schlug spontan ein «Ü-50-Haus» vor. Doch das fand keinen Anklang. Mathilde Hanke gab zu: «Der Name Senior hat einen negativen Touch.

» VHS-Leiter Peter Roth bestätigte das: «Der Begriff ist negativ belegt und lässt sich schlecht vermarkten.»

Begriff positiv besetzen

Wolfgang Grieshammer von der Diakonie regte an, man solle den Begriff «Senior» positiv besetzen. Er verknüpfe damit Lebenserfahrung. Wenn es darum gehe, allen Besuchergruppen gerecht zu werden, dann «brauchen wir auch einen neuen Namen fürs Jugendhaus».

OB Netzer gab den Gremiumsmitgliedern schließlich als Hausaufgabe mit, das Thema in ihren jeweiligen Einrichtungen zu besprechen. Die Namensgebung soll dann in einer der nächsten Sitzungen noch einmal Thema sein. «Und dann», so Netzer, «belassen wir es aber eine zeitlang damit.» (mor)

 

Soll das Haus der Senioren einen neuen Namen bekommen und wenn ja, welchen? Hausleiter Karlheinz Frick würde den Namen gerne ändern, im Seniorenbeirat dagegen gab es unterschiedliche Meinungen. Foto: Ralf Lienert

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