Hohenschwangau
Neuer Glanz fürs Grandhotel

Man kann sie trotz Spinnweben und Holzwürmern noch immer atmen, die Grandhotel-Atmosphäre vergangener Jahrzehnte: Im lichtdurchfluteten Speisesaal mit seinen edlen Deckenleuchtern, im Palmenhaus oder den aufwändig verzierten Treppenhäusern. Lange Zeit lag die «Alpenrose» in Hohenschwangau, einst die erste Adresse zu Fuß des Königsschlosses, im Dornröschenschlaf. Doch nun soll sie (wie berichtet) in neuem Glanz erstrahlen: 2011, im 125. Todesjahr von König Ludwig II, soll in dem denkmalgeschützten Ensemble ein Museum die Geschichte der Wittelsbacher lebendig werden lassen.

Vor einem Jahr gab der Eigentümer der «Alpenrose», der Wittelsbacher Ausgleichsfonds (WAF), den Startschuss für das Millionen-Projekt. Seitdem ist viel geschehen, wie Elisabeth von Hagenow von der WAF-Generaldirektion erläutert: Innen wie außen fand eine fachmännische Befunduntersuchung der Bausubstanz statt, zudem wurden störende Einbauten der jüngsten Vergangenheit entfernt. «Schließlich ist es unser Ziel, die Originalsubstanz in ihrem Charakter so weit wie möglich zu erhalten», so von Hagenow. Das reiche von der teils üppigen Fassadenverzierung über die Balkonbalustraden bis zur Innenausstattung. In Kürze soll nun die eigentliche Sanierung beginnen.

Zu schaffen machten dem WAF die Einbauten der 1980er Jahre, als für eine gewerbliche Nutzung Decken abgehängt oder Nasszellen eingebaut wurden. «Aus dieser Zeit gibt es viele Schäden, die auf Anhieb gar nicht erkennbar waren», erläutert die Projektleiterin. Trotz der erheblichen Kosten fühle sich der WAF dem Ensemble, an dem in der Vergangenheit zahlreiche Investoren interessiert waren, verpflichtet: «Das sind wir Hohenschwangau und seinen Bürgern schuldig.»

Sanierung und Umbau (dazu gehört auch eine Aufstockung des Speisesaals) wird unter Regie des Berliner Architekturbüros Staab ablaufen. Eng eingebunden ist dabei das Landesdenkmalamt. Für die Konzeption des Museums zeichnet das Haus der bayerischen Geschichte verantwortlich.

Und auch die Gemeinde - Bürgermeister Reinhold Sontheimer stuft das Museum als wichtige Bereicherung für Schwangau ein - habe durch den Gemeinderat ein gewichtiges Wort bei dem Projekt mitzureden.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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