Kempten
Neuer Glanz für alte Stadtmauer

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Ein Sturm hat ihr zugesetzt, der uralte Mörtel bröselte zuletzt nur noch so vor sich hin und viele Steine sind über die Jahrhunderte geborsten und herausgebrochen: Die Stadtmauer in der Hasengasse ist (wie mehrfach berichtet) ein Sanierungsfall. Einer, der nun angepackt wird. Seit kurzem nämlich wird das Denkmal aufwändig saniert. Mitte Oktober, erklärt Hans Henkel, Leiter des Hochbauamts, soll die Mauer in neuem Glanz erstrahlen.

Sich bekriegende Nachbarn aus Stifts- und Reichstadt, eben erst aufgeschüttetes und den Illerfluten entrissenes Bauland: Als etwa 1300 mit dem Bau der Stadtmauer begonnen wurde, hatte das Gebiet der heutigen Kemptener Innenstadt ein ganz anderes Gesicht. Ungefähr aus dieser Zeit stammen auch die ältesten Teile des Mauerrests in der Hasengasse.

Erst deutlich später bekam die Mauer einen hölzernen Aufbau aufgesetzt, in dem dann Tücher getrocknet wurden. Entlang der Stadtmauer gingen nämlich Tuchfärber ihrem Gewerbe nach - ein damals hoch angesehener und wichtiger Wirtschaftszweig. Heute dagegen wird der von den Färbern errichtete Holzaufbau zum Trocknen der Tücher oft mit einem mittelalterlichen Wehrgang verwechselt. Dabei war dieser zu jener Zeit längst abgerissen.

Nach der Sanierung jedoch können die Kemptener beides sehen: Den Arbeitsplatz der Färber und den Nachbau eines mittelalterlichen Wehrgangs. «In Abstimmung mit den Historikern werden die Gänge rekonstruiert», so Henkel. Eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe - gerade die alten Gesimse und Rundbögen müssen in mühevoller Kleinarbeit wiederhergestellt werden. Deshalb werde man in puncto Kosten auch nicht bei den zunächst angepeilten 120000 Euro landen, sondern bei insgesamt 180000. Es seien aber auch Zuschüsse genehmigt - etwa von der Bayerischen Landesstiftung kommt eine Förderung in Höhe von 18000 Euro.

Und wird man den Wehrgang später begehen können? «Nein, es ist nicht geplant, diese Bereiche für die Öffentlichkeit freizugeben», so Henkel. Eher denkbar seien Tafeln und Schilder, um die Geschichte dieses Stadtmauerstücks zu erzählen. Das befand sich in den vergangenen Jahrzehnten übrigens in Privatbesitz - die Stadt erwarb die Mauer erst im Jahr 2008.

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