Kaufbeuren
Neuer Bahnhof bleibt Wunschtraum

Die Stadt nachhaltig voranzubringen, ist das erklärte Ziel von Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU). Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat ihm dabei einen kräftigen Strich durch die Rechnung gemacht. Denn der Gewinn für den im März 2008 erzielten «Sechser im Lotto», die Ansiedlung der Münchener Firma Hawe Hydraulik, wird in absehbarer Zeit nicht ausbezahlt: Der Neubau wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Und auch der Modepark Röther lässt weiter auf sich warten. Dieser Tage musste sich Bosse von einem weiteren Großprojekt verabschieden: den Bau eines neuen Kaufbeurer Bahnhofs. Der OB sieht dafür derzeit keine Chancen mehr.

Der Grund auch hier: das fehlende Geld. Die Bahn ist inzwischen nicht mehr bereit, dafür selbst Mittel bereitzustellen. Ein neuer Bahnhof müsste sich stattdessen selbst finanzieren, erklärt Bosse. Doch dafür sieht er derzeit keine Möglichkeit. Seine Idee, das neue Gebäude mithilfe einer integrierten Schule bezahlen zu können, ist gescheitert. Denn die dafür auserkorenen Beruflichen Oberschulen fanden dieses Konzept alles andere als gut. Ihre dafür vorgelegten Mindestanforderungen sind laut Bosse nicht erfüllbar. Er verfolge das Ansinnen nicht weiter.

Die Bahn selbst sei zu dem Neubau wiederum nur bereit, wenn sie dafür weitere Flächen auf der Nordseite der Gleise verkaufen dürfe. Interessenten dafür gebe es aber nur im Einzelhandel. Für eine weitere Ansiedlung von Lebensmittel- oder Billigmärkten dort sieht Bosse derzeit keine politische Mehrheit.

Unklar ist nun auch wieder, wie der dringend nötige Ausbau der Beruflichen Oberschulen vorankommen soll. Zunächst will die Stadt das benachbarte Gelände der ehemaligen Flussmeisterstelle vom Freistaat kaufen. Doch erst müsse dafür ein Altlasten-Gutachten erstellt werden, weil es dort früher einmal eine Tankstelle gab. Strittig sei zudem der Preis. Die Stadt möchte «nur» für ein Sondergebiet Schule bezahlen, der Staat wiederum hätte gerne Wohnbaulandpreise.

Förderanträge für Schulneubauten könnten wiederum jährlich nur einmal zum Stichtag 30. September gestellt werden. «2010 schaffen wir das somit nicht mehr, denn dafür muss bereits die gesamte Planung stehen», erklärt Bosse. Der Antrag werde im besten Fall für September 2011 fertig. Frühester Einzugstermin sei dann zum Schuljahresbeginn 2013/14 - und das sei sehr optimistisch gerechnet. Dennoch liegen «Forschung und Bildung» Bosse sehr am Herzen. Darauf will er in Zukunft setzen und Kaufbeuren in diesem Bereich voranbringen. Dazu gehört für ihn, die Stadt langfristig als Hochschulstandort zu etablieren. Ein Gespräch darüber steht Ende Februar zusammen mit dem Abgeordneten Bernhard Pohl (Freie Wähler) und Staatssekretär Franz Pschierer (CSU) in der bayerischen Staatskanzlei an.

Eine Abfuhr holte sich Bosse bereits wie berichtet bei Innenminister Joachim Hermann, der das ehemalige Sanitätsdepot in Neugablonz als Standort für Hundertschaften der bayerischen Bereitschaftspolizei ablehnte. Das Gelände steht laut Bosse nun kurz vor dem Verkauf an einen privaten Investor, der dort einen Handwerkerhof und Wohnungen etablieren möchte.

Ein neues Wohngebiet gibt die Stadt selbst auch bald zum Bebauen frei: Platz für 20 bis 25 Einzelhäuser entsteht rund um den Gutshof beim Bezirkskrankenhaus. Pläne hat Bosse auch für die Innenstadt: Er möchte, dass dort noch mehr kulturelles Leben im öffentlichen Raum Einzug hält.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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