Marktoberdorf
Neuer Anlauf bei Suche nach Museumsfachkraft

Einen neuen Anlauf für eine hauptamtliche Museumsfachkraft nimmt die Stadt Marktoberdorf. Allerdings, so Bürgermeister Werner Himmer, soll erst im kommenden Jahr der Stadtrat drüber entscheiden. Es geht schließlich auch um Mittel, die im Haushalt bereitgestellt werden müssen. Ein Versuch, über eine Veröffentlichung in der Zeitung Interessenten zu finden, sei ohne Resonanz geblieben. Akut wurde das Thema wieder, als durch die Rückgabe der ehrenamtlichen Betreuung das Riesengebirgsmuseum zu verwaisen drohte - wenn nicht Gottlieb Fischer die Regie erneut in die Hand genommen hätte.

«Wenn wir jetzt zumachen, haben wir die letzten 15 Jahre auch umsonst gearbeitet», sagt Fischer. Gemeinsam mit Gerda Gottstein betreut der 78-Jährige jetzt wieder das in Deutschland einzigartige Riesengebirgsmuseum in Marktoberdorf. Ehrenamtlich, versteht sich.

Ein Nachfolger war bereits gefunden. Aber nach kurzer Zeit sprang er wieder ab und Fischer und Gerda Gottschein - kommissarisch - wieder ein. Seitdem sucht die Stadt eine Museumskraft. Sie soll auch das verwaiste Paul-Röder-Museum betreuen. Mit zuständig könnte sie auch sein für das seit 1981 ehrenamtlich von Winfried Frischmann geführte Heimatmuseum im Hartmannhaus und das Stadtmuseum, das ehrenamtlich von Emilie Eigler betreut wird. Marktoberdorf, so Bürgermeister Himmer, sei an einer längerfristigen Lösung für seine Museen interessiert.

Geduld noch nicht verloren

Er habe bei der Stadt schon immer wieder einmal «nachgebohrt», ob sich in Sachen Museumskraft etwas tue, sagt Gottlieb Fischer. Ungeduldig sei er aber noch nicht geworden. Vielmehr läge ihm daran, dass das Museum in wirklich gute Hände komme. Denn Marktoberdorf könne stolz sein auf das Riesengebirgsmuseum, das er aus Überzeugung betreue.

Wenn wieder eine hauptamtliche Museumskraft, dann jemand, der ein Gespür für die Region und die Menschen hier habe, meint Emilie Eigler, die schon voller Pläne für weitere Ausstellungen im Stadtmuseum hat. Sie verweist darauf, dass von 2000 bis 2005 ja bereits eine hauptamtliche Kraft angestellt war, dass es aber ohne das Ehrenamt, zum Beispiel auch bei den Aufsichten im Museum, nicht gehe.

Auch eine bauliche Veränderung, so Eigler, täte dem Stadtmuseum gut: Weil es im ersten Stock des Martinsheimes liegt, sei es gerade für manche ältere Bürgerinnen und Bürger nicht erreichbar. Ein Aufzug wäre - auch für dien Transport schwerer Gegenstände - sehr vorteilhaft.

Als ehrenamtlicher Betreuer des Hartmannhauses, in dem Marktoberdorf an seine Vergangenheit als Dorf und Markt erinnert, ist sich Winfried Frischmann nicht sicher, ob eine hauptamtliche Museumskraft unbedingt nötig ist. «Aber mehr Aufmerksamkeit vonseiten der Stadt wäre schon wünschenswert.» Er vermisst das Interesse der Verantwortlichen, dabei gäbe es manches zu besprechen.

Eindeutig ist die Empfehlung der Landesstelle für nicht-staatliche Museen: Wenn mehrere Museen vorhanden sind, sollte eine Museumsfachkraft wirken. Es gebe dafür ausreichend ausgebildete Personen. Und in bestimmten Fällen auch Fördermittel. Die Landesstelle, so Christine Schmid-Eger von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, könne bei der Suche und Beratung auch behilflich sein.

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