Kaufbeuren
Neue Verfahren bei Herzproblemen

«Ich bin völlig schmerzfrei und kann endlich wieder voll durchatmen», freut sich Anton Völk aus Emmenhausen bei Waal. Jüngst behandelte Dr. Markus Riedl, Oberarzt in der Kardiologie in Kaufbeuren, den 76-Jährigen mit einer neuen, noch sehr selten angewandten Herzkathetertechnik, dem sogenannten DEB («drugeluting balloon»). Er ersparte damit dem ehemaligen Landwirt eine belastende Bypassoperation.

Völk hatte bereits zwei Herzinfarkte hinter sich sowie mehrere Herzkatheteruntersuchungen, bei denen mithilfe eines kleinen Ballons die verengten Herzkranzgefäße wieder durchgängig gemacht und mittels sogenannter Stents - das sind feine Maschendrahtgeflechte - offengehalten werden sollten. Leider war es bei Völk trotz dieser modernen Methoden zu erneuten Verengungen gekommen. Riedl wusste, dass für Völk außer einer schweren Operation die neue Herzkatheterbehandlung in Frage kommen würde. Dabei ist der Ballon mit einem zellwachstumshemmenden Medikament beschichtet, das erneute Gewebewucherungen verhindern soll. Und da Riedl seinen Patienten nicht so einfach an die Kollegen von der Herzchirurgie überweisen wollte, führte er jetzt erstmals im Klinikum Kaufbeuren diesen Eingriff durch. In Kaufbeuren sei man damit nun so mancher Uni-Klinik voraus.

«Das war wie ein Spaziergang», so der zweifache Großvater Völk, der bereits zu Hause wieder mit seinen Enkeln spielt.

Noch weitere neue Verfahren werden am Kaufbeurer Klinikum angewandt. So können Gewebeentnahmen vom Herzmuskel zu Diagnosezwecken vorgenommen werden. Riedl bietet auch das Verfahren mit dem «Cutting balloon» an. Dabei wird ein Ballon, an dessen Ende kleine Messerchen befestigt sind, zum Herzen geführt. Mit den Messerchen werden starke Verkalkungen an den Gefäßwänden beseitigt.

Außerdem können viele Herzkatheteruntersuchungen - statt etwa von der Leiste - nun von einem Gefäß am Handgelenk aus durchgeführt werden, was eine enorme Erleichterung für den Patienten bedeuten kann.

Sie dürfen - bei unauffälligem Befund - direkt nach der Untersuchung aufstehen und bald nach Hause gehen. Auch diese Verfahren würden nur wenige Kliniken anbieten, so Riedl.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen