Kempten
Neue Techniken überführen mehr Straftäter

Schwere Zeiten für Straftäter: Weil sich die Kriminalpolizei immer neuerer und ausgefeilterer Techniken bedient, werden mehr Delikte geklärt. So stieg beispielsweise die Aufklärungsquote im Bereich der Kriminalpolizei-Inspektion Kempten mit den Stationen Kaufbeuren und Lindau von 79,2 Prozent im Jahr 2007 auf 82,5 im Vorjahr. Bei Einbrüchen lag die Aufklärungsquote deutlich über 50 Prozent, was für diese Deliktsgruppe fast doppelt so gut ist wie im Freistaat insgesamt. «Bei Tötungsdelikten liegt die Quote der geklärten Fälle sogar bei 100 Prozent», so der Kemptener Kriminalpolizei-Chef Albert Müller.

Internationaler Austausch

Auf dem Gebiet der Spurensicherung und der Analysetechnik gab es in den vergangenen Jahren große technische Fortschritte. «Zudem hat sich der internationale Austausch in den vergangenen zehn Jahren massiv verbessert», sagt Spurensicherungs-Fachmann Thomas Jilg von der Kemptener Kripo.

Während der Fingerabdruck seit über einem halben Jahrhundert als Standardmittel gilt, können mit einer speziellen Computer-Software jetzt auch die Handflächen von Straftätern erfasst und analysiert werden. Der Abgleich mit am Tatort gefundenen Spuren erfolgt per Computer automatisch.

Entsprechende Erfolge hat die Dienststelle in ihrem Jahresbericht 2008 aufgelistet. Da ist zum Beispiel als einer der spektakulärsten Fälle die Klärung eines Verbrechens aus dem Jahr 1995 in München: Ein heute 45 Jahre alter Mann hatte eine damals 88-Jährige in einem Pflegeheim ausgeraubt und sich anschließend an ihr vergangen. Erst jetzt konnte das Raub- und Sexualdelikt durch einen Beamten des Erkennungsdienstes der Kemptener Kripo eindeutig geklärt werden.

Der Polizist kam dem Täter aus dem Raum Ravensburg über eine seinerzeit gesicherte kleine Handflächenspur auf einer Kosmetikdose auf die Schliche. AFIS heißt das Kürzel bei der Polizei: Es steht für Automatisiertes Finger Identifizierungssystem. Erst vor wenigen Tagen hat die Kemptener Kripo einen neuen, noch leistungsfähigeren Scanner bekommen.

Allein bei der Dienststelle in Kempten werden im Schnitt pro Tag zwei Verdächtige «erkennungsdienstlich behandelt». Fingerabdrücke waren es auch, die zur Klärung einer beispiellosen Einbruchsserie durch zwei spielsüchtige Brüder beitrugen. Sie hatten rund 100 Straftaten begangen, sind geständig und müssen sich nächste Woche vor Gericht verantworten.

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