Landestheater
Neue Studiobühne löst das Theater am Schweizerberg als Spielort ab

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Mitten durchs Wohnzimmer eines alten Mannes führt der Weg: Mit dem Ein-Personen- Stück «Der Liftverweigerer» von Bengt Ahlfors eröffnet das Landestheater Schwaben (LTS) am Samstag, 30. April, seine Studiobühne im neuen Theaterbau. Das 99 Besucher fassende Studio löst damit das «Theater am Schweizerberg» als kleine Spielstätte ab. «Es ist auch ein Abschied von einer liebgewonnenen Bühne», erzählt Peter Kesten, Oberspielleiter und stellvertretender LTS-Intendant. «Der Schweizerberg hat einen gelebten Charme, aber er hatte auch viele technische Nachteile für uns.» Die Abkopplung vom Haupthaus sei ein Problem gewesen. Auch die problematischen klimatischen Verhältnisse hätten Spielern wie Besuchern mitunter zu schaffen gemacht.

1990 war mit dem Theater am Schweizerberg eine zweite Spielstätte entstanden. Viermal im Jahr stand seitdem auf der kleinen Studiobühne zeitgenössische Dramatik auf dem Programm, was in Zukunft in der neuen Studiobühne stattfindet.

Der fast quadratische, multifunktionale Raum im zweiten Stock des Theaterneubaus ist mit vier Deckentraversen mit umfangreicher Licht- und Viedeotechnik ausgestattet. «Wir haben einen durchgehenden Bühnenholzboden und können die Bühne überall platzieren», erzählt Kesten, der seit 14 Jahren am LTS tätig ist. Auf gleicher Ebene befinden sich insgesamt vier Probebühnen (für Produktionen im Großen Haus, auf Studio- und Cafehaus-Bühne sowie ein zusätzliches Probenzimmer, das als Musikraum genutzt wird).

Mit der deutschen Erstaufführung des Ein-Personen-Stücks «Der Liftverweigerer» wird die Studiobühne nun eröffnet. Es ist ein skurriler Monolog über das Altsein und das Isoliertsein unmitten der Gesellschaft. Regie führt Peter Kesten, Peter Höschler spielt. Beide kennen sich noch aus der gemeinsamen Zeit am Theater in Trier.

Kesten hatte das Stück des finnisch-schwedischen Autors Bengt Ahlfors ausgewählt. Doch als er es Höschler vorstellte, winkte der zunächst ab. «Es entspricht überhaupt nicht meinem Naturell», sagt der 75-jährige gebürtige Kölner und grinst. «Ich hatte am Anfang keine Beziehung zu dem Stück, dachte mir: Das kann man doch nicht spielen. Aber dann kam die 180-Grad-Wende.»

Unter Kestens Regie erwartet das Publikum ein intimes Kammerspiel: das Selbstgespräch eines alten Mannes, der im siebten Stock wohnt, Grace Kelly verehrt und dem der Arzt verboten hat, den Lift zu benutzen. «Der Lift ist ihm aber als Einziges gewohnt.

», sagt Höschler, der sich mit seiner Rolle längst angefreundet hat - und auf dem kleinen Bühnen-Bücherregal eigene, alte Familienfotos platziert hat.

Aufführungen in der Studiobühne des Stadttheaters Memmingen (jeweils 20 Uhr): Samstag, 30. April (Premiere), 3., 6., 7., 13., 15., 20., 24., 28., 29. Mai sowie 4., 5. und 18. Juni. Karten unter Telefon 08331/9459-16.

www.landestheater-schwaben.de

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