Pflasterung
Neue Steinbänder werden frühestens im April verlegt

Erst rieselte leise der Schnee darauf. Dann überdeckten der Weihnachtsmarkt und die vielen Besucher die Steine des Anstoßes. Doch jetzt wird es offensichtlich: Da war doch was. Nämlich die Rollwege auf dem Rathausplatz, die eigentlich ja bereits vergangenen Herbst miteinander verbunden werden sollten. Passiert ist seitdem jedoch nichts. Warum eigentlich und wann ist es denn nun soweit? «Sobald das Wetter passt», sagt Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann.

Ein Blick zurück: Vor mittlerweile fast eineinhalb Jahren kam die Affäre «Rollwege auf dem Rathausplatz» ins Rollen. Im September 2009 wurden die Rollbahnen - ursprünglich waren zwei geplant - auf dem Platz verlegt. Dann entdeckte die Stadt, dass man einen der Rollstreifen wegen der Außenbewirtschaftung bei Schnitzer nicht würde durchziehen können. So entstanden drei mehrere Meter auseinanderliegende Streifen.

Über «Flickwerk» geschimpft

Die Altstadtfreunde schimpften über dieses «Flickwerk» und es kam die Frage auf, warum man die Streifen denn nicht durch Bögen verbinde - schließlich stellte das grobe Pflaster zwischen den Rollbahnen weiter eine Behinderung vor allem für Rollstuhlfahrer dar. Baureferentin Monika Beltinger argumentierte damals mit «stadtgestalterischen Gründen».

Doch die Kritik blieb und es wurde nach einer neuen Lösung gesucht. Diese fand Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann in Babenhausen: gesägte Pflastersteine, die als Verbindung verwendet werden sollten. Nachdem Albrecht Hung, Vorsitzender des Kemptener Behindertenbeirats und selbst Rollstuhlfahrer, das Babenhausener Modell getestet hatte, wurde die Lösung im September 2010 im Bauausschuss präsentiert. Und angekündigt, dass man möglicherweise schon im Herbst loslegen könne.

Arbeiten in zwei Wochen erledigt

«Dass das nicht mehr geklappt hat, lag an der Witterung», erläutert Wiedemann. Zudem mussten die passenden Steine - übrigens stammen sie aus Portugal - erst bestellt werden. «Aber das ist jetzt passiert und die Aufträge sind vergeben», versichert der Tiefbauamtsleiter.

Sobald man nicht mehr mit Schnee rechnen müsse - also «frühestens im April» - könne man loslegen. «Die Arbeiten an sich», so Wiedemann, «sind schnell erledigt.» In zwei Wochen sei alles passiert, schätzt er.

Und was ist mit dem Vorschlag einiger CSU-Stadträte, die glatten Platten der Rollbahnen komplett gegen gesägtes Pflaster auszutauschen? Wie mehrfach berichtet wurde immer wieder betont, wie unschön die jetzige Lösung sei. Und generell hätte man den Platten nie zugestimmt, aber der Bauausschuss sei ja nie gefragt worden, wurde bemängelt.

«Die Frage der durchgängigen gesägten Pflastersteine ist mit dem Beschluss, die Verbindungen herzustellen, vom Tisch», sagt Wiedemann. Das ist die Pflasterstein-Affäre wohl auch bald, wenn die Verbindungen hergestellt sind - und Rollstuhlfahrer wie stöckelbeschuhte Damen den Platz problemlos überqueren können.

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