Kaufbeuren
Neue Heimat für Schuster-Mitarbeiter

Nun ist die Tinte unter dem Vertrag getrocknet: Das Memminger Unternehmen A. Berger Hydraulic Components, das unter dem Dach der Berger Holding gegründet wurde, übernimmt die Produktion im Kaufbeurer Schuster-Werk im Innovapark. 27 Mitarbeiter und vier Auszubildende werden weiterbeschäftigt, Teile des Maschinenparks übernommen. Schuster-Insolvenzverwalter Christian Plail und ein Sprecher der Berger-Holding bestätigten gestern entsprechende Berichte unserer Zeitung von dieser Woche über den anstehenden Verkauf. Die Gläubigerversammlung des insolventen Denklinger Unternehmens Schuster Präzision, das in dem Kaufbeurer Werk unter anderem für die Automobilindustrie produzieren ließ, habe ebenfalls zugestimmt.

Aus kleinen Anfängen hat sich die Berger Holding eigenen Angaben zufolge zum weltweit größten Hersteller von Präzisionsdreh- und Frästeilen im Familienbesitz entwickelt. Derzeit beschäftigt das Unternehmen mit Stammsitz in Memmingen über 1800 Mitarbeiter in zwölf Werken. Schuster-Insolvenzverwalter Plail bezeichnete den Verkauf als «glücklich Fügung, gerade angesichts der schwierigen Lage bei den Automobilzulieferern». Ihm sei eine «nachhaltige Lösung» wichtig gewesen. Für Berger sei die Investition eine strategische Entscheidung. Plail bestätigte auch, dass für das Denklinger Kernunternehmen von Schuster noch zwei Kaufinteressenten im Rennen seien. Er rechnet mit einer Entscheidung in den nächsten Wochen.

Neue Perspektiven gibt es für mehrere Auszubildende von Schuster Präzision, die auf der Suche nach einer neuen beruflichen Heimat waren (wir berichteten). Drei Lehrlinge wechseln nun zu Mayr Antriebstechnik in Mauerstetten. Die zukünftigen Industriemechaniker aus Ketterschwang und Germaringen, die im September ins dritte Lehrjahr kommen, setzen dort ihre Ausbildung fort. «Aufgrund des Ausbildungsstandes», so Produktionsleiter Franz Isemann, «können die ehemaligen Schuster-Azubis lückenlos in die produktionsnahe Ausbildung integriert werden.» Mayr zählt im Ostallgäu zu den größten Ausbildungsbetrieben. Im September beginnen 19 weitere Azubis dort ihre Ausbildung in sieben verschiedenen Berufen. Die Zahl der Auszubildenden steigt dann auf 66.

«Die große Zahl von eigenen Auszubildenden sowie die zusätzliche Übernahme der Schuster-Lehrlinge unterstreicht unser hohes Engagement bei der Ausbildung», so Geschäftsführer Günther Klingler. Mayr hatte in der Vergangenheit schon wiederholt Lehrlingen insolventer Unternehmen die Chance geboten, ihre Ausbildung zu beenden.

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