Marktoberdorf / Ostallgäu
Neue Führung und Kampfbereitschaft

An die Spitze der Ostallgäuer Milchbauern rücken neue Gesichter. Die alte Führungsriege des Kreisverbands des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) kandidierte bei der Versammlung in Marktoberdorf nicht mehr.

Sowohl Vorsitzender Engelbert Vogler als auch sein Stellvertreter Ulrich Schiegg traten nicht mehr für den Posten an. Wer ihre Nachfolger werden, steht noch nicht fest: Das neu gewählte 18-köpfige Kreisteam wird sie bei seiner ersten Sitzung aus seiner Mitte wählen.

Vogler führte für seinen Verzicht auf eine Kandidatur familiäre Gründe ins Feld. Außerdem sagte er, dass es in letzter Zeit immer schwerer geworden sei, Leute zu motivieren. «Die letzten Jahre haben Kraft gekostet», so Vogler. Schiegg begründete seinen Verzicht mit Zeitnot. Beide werden sich aber weiter im BDM engagieren.

«Potenzial sollte besser genutzt werden»

Das Ostallgäu ist laut Vogler einer der mitgliederstärksten Verbände im BDM. Dieses Potenzial sollte aber noch besser genutzt werden. So hätte die Beteiligung an der ersten Montagsdemo, die in Füssen stattfand, größer sein können. Die zweite Montagsdemo wird nun ausfallen, weil das frisch gewählte Team sie nicht auf die Schnelle organisieren kann.

Rolf Leumann berichtete von seiner Teilnahme an der Demonstration europäischer Landwirte beim Treffen der EU-Agrarminister in Luxemburg. Gefällte Bäume in der Stadt und brennende Dixi-Klos zeugten von der gereizten Stimmung unter den Landwirten.

Stefan Lehmann, Landwirt im Schwarzwald, betonte in seinem Vortrag die Wichtigkeit eines europaweit koordinierten Vorgehens der Milchbauern. Der diesjährige Lieferstopp habe in Deutschland zwar nicht das Ausmaß des Vorjahres erreicht. Er sei aber wirkungsvoller gewesen, weil gleichzeitig auch in den Nachbarländern die Milchkannen weggesperrt wurden. In Frankreich beispielsweise seien 70 Prozent der Milch nicht ausgeliefert worden, so Lehmann.

Sich nicht gegeneinander ausspielen lassen

Die Bauern, forderte Lehmann, dürften sich nicht gegeneinander ausspielen lassen. Landwirte in Niedersachsen hätten durch das Gelände zwar Produktionsvorteile.

Gleichzeitig aber würden dort genauso wie in den Niederlanden und Dänemark viele Höfe von massiven Kreditkosten geplagt, weil Investitionen auf Pump finanziert worden sind. Auch in anderen europäischen Ländern könnten die Landwirte eben nicht von 20 Cent pro Liter Milch leben.

Nicht fehlen durfte bei Lehmann die Kritik am Bauernverband mit seinen «Schlipsträgern, die vielleicht sogar noch glauben, sie würden uns vertreten». Das sorgte für Applaus bei den rund hundert Bauern, die ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen wollen.

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